Allgemeines und Wissenschafliches zur AdipositasEntstehungsbedingungen der Adipositas
Nicht jeder, der Übergewicht hat, ist unbedingt auch psychisch krank. Im Gegensatz zur Bulimie oder Anorexia nervosa, denen immer ein tiefergehendes seelisches Problem zugrunde liegt, handelt es sich bei Adipositas nicht immer um eine psychosomatische Erkrankung. Bei Adipositas kann es sich auch um ein biologisch bedingtes Phänomen handeln. Bei der individuellen Krankheitsentwicklung kommen unterschiedliche Faktoren zum Tragen. Im Folgenden werden einige Entstehungsbedingungen genannt, die einzeln, aber auch parallel oder eine als Folge der anderen auftreten können. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass diese Aufzählung nicht dem Anspruch der Vollständigkeit genügen kann.
Erblich belastet ist man dann, wenn bereits andere Familienmitglieder übergewichtig sind.Mit dem Älterwerden nimmt der Kalorienverbrauch des Körpers langsam ab. Ältere Menschen können mit weniger Essen auskommen als jüngere.Eine fettreiche Ernährung begünstigt das Entstehen von Übergewicht. Fettreiche Speisen enthalten nicht nur sehr viele Kalorien, sondern sättigen auch schlechter als Kohlenhydrate und Eiweiß. Durch die im Überfluss angebotenen, verlockenden Speisen wird häufiges und reichliches Essen begünstigt. Solche äußeren Reize werden oft stärker wahrgenommen als das innere Gefühl von Hunger und Sättigung.
Unregelmäßiges und hastiges Essen erhöht die Gefahr, unkontrolliert zuviel zu essen. Wer sich beim Essen mit anderen Dingen ablenkt, verliert leicht den Überblick, was und wie viel er isst und trinkt.Viele Menschen reagieren auf Enttäuschung, Stress, Langeweile, Wut oder Trauer mit vermehrten Essen. Häufig sind diese Menschen nicht in der Lage, seelische Belastungen auf andere Art und Weise zu verarbeiten. Das Essen dient dann zur Abwehr von Ängsten, Kränkungen oder Depressionen oder ganz allgemein als Überbrückung negativer Empfindungen. Häufig wird Essen auch als Trost oder zur Verwöhnung eingesetzt.
Wenn man sich wenig bewegt, wird vom Körper immer weniger Muskelarbeit gefordert und dadurch wird eine schnellere Fettansammlung begünstigt. Auch bestimmte Krankheiten wie beispielsweise Schilddrüsenunterfunktion können Ursache von Übergewicht sein. Allerdings kommt dies nur sehr selten vor.Bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Mittel gegen Depression und Diabetes, Cortison und die "Pille" können eine Gewichtserhöhung auslösen oder verstärken. Starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft führt häufig zu einem bleibenden Gewichtsanstieg nach der Entbindung. Nicht zuletzt spielt auch das soziale Umfeld eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht. Ungünstige Wohn- und Lebensverhältnisse können die Bewegungsfreiheit von Kindern und Jugendlichen einschränken und eine Gewöhnung an eine träge Lebensweise mit sich bringen.
Gefährdet Adipositas die Gesundheit?
Übergewicht kann die Lebensqualität beeinträchtigen und bedroht die Gesundheit in vielfältiger Hinsicht. Es begünstigt beispielsweise Beschwerden wie zum Beispiel Kurzatmigkeit, schnelle Ermüdung bei körperlicher Arbeit, starkes Schwitzen oder Gelenkschmerzen. Bestimmte Krankheiten können sich bei Übergewicht unbemerkt über Jahre oder Jahrzehnte verschlimmern. Nachfolgend ein Überblick über die häufigsten Begleit- und Folgeerkrankungen:
Wann sollte man abnehmen?
Eine Gewichtsabnahme ist sinnvoll bei:
Wie kann Adipositas behandelt werden?
Die Behandlung bedeutet eine lebenslange Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Der Patient muss aktiv an sich arbeiten und akzeptieren, dass er ein Gewichtsproblem hat. Die drei Grundpfeiler der Therapie sind:
Welche Vorteile kann man von einer Gewichtsabnahme erwarten?
Eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Kilogramm hat eine spürbare Besserung von Atemnot, Schwerfälligkeit, Schlafapnoe, Rücken- und Gelenkschmerzen zur Folge. Blutdruck, Blutfette und Blutzucker verbessern sich. Wohlbefinden und Selbstwertgefühl steigern sich und die Beweglichkeit wird verbessert.
Für Patienten, die trotz dieser Behandlung keinen zufriedenstellenden Gewichtsverlust erreichen, kann eine medikamentöse oder chirurgische Behandlung in Frage kommen.
Wann ist eine medikamentöse Behandlung notwendig?
Bei fettleibigen Patienten, die trotz Diät und ausreichend körperlicher Aktivität nicht genügend Gewicht verlieren, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig.
Bedarf einer medikamentösen Behandlung besteht bei:
Arzneimittel zur Behandlung von Adipositas dürfen nicht bei Kindern angewendet werden, da keine Erfahrungen über eventuelle spätere negative Auswirkungen bestehen!
Chirurgische Therapie bei Adipositas
Bei sehr starkem Übergewicht (BMI von 40 oder höher) reichen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie oft nicht aus, um eine ausreichende Gewichtssenkung zu erreichen. Bei extremer Adipositas gibt es zwei Möglichkeiten einer operativen Behandlung: eine Verkleinerung des Magens (Gastroplastik) oder eine Verkleinerung des Mageneingangs mit anpassbarem Magenband.
Erstellt von Maike Woyda, 12/2001
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