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Essstörungen

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Blu:
fängt es wieder an?
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Hallo an alle

ich lese schon eine Weile hier mit, hab aber bis heute noch nie etwas gepostet.

Jetzt brauche ich aber dringend eure Hilfe. Ich weiß nicht genau wie ich mich jetzt großartig vorstellen soll, deshalb schreib ich einfach mal das, was ich unbedingt loswerden möchte, weil es mich schon längere Zeit beschäftigt:

Bis vor einem jahr etwa war ich noch richtig tief drinn in der MS.
Dann ging alles ziemlich schnell. Arztbesuche, Gesundheitschecks, ich begann genug, aber immer noch kontrolliert, zu essen, dann hab ich auf ng zugenommen und irgendwann konnte ich unbeschwert, ohne auf kalos und co zu achten, essen. Alles schien vorüber zu sein und ich kann heute selbst kaum glauben, wie vergleichsweise "leicht" ich die MS weggesteckt habe.

Einer Therapie bspw. hab ich mich nie unterzogen, zum einen, weil ich Angst davor hatte, zum anderen weil meine Eltern meinten, das ganze sei nicht nötig, was mir natürlich grade recht war. Augen rollen Außerdem wollte ich nichts unnötig dramatisieren und mir irgendwelche Probleme einreden. ich war doch stark, ich war über den Berg, ich hatte mich doch wieder im Griff.
Das funktionierte soweit ganz gut.
Bis vor etwa drei monaten hab ich keine Gedanken mehr an mein Gewicht oder kalorien verschwendet und mein leben esstechnisch genossen.

Aber jetzt merke ich, wie ich wieder an mir zu zweifeln beginne. Meine freunde und meine Familie sagen, ich sei schlank, aber ich seh das etwas anders. V.a. was meinen Bauch betrifft. In Gesellschaft anderer ziehe ich ihn ständig ein, Im freibad lege ich meist ein handtuch darüber. Nur wenn ich sport getrieben habe, finde ich meinen Körper im spiegel schön.

Aber sind das wirklich Anzeichen für einen rückfall? Die meisten Frauen haben doch irgendwelche vermeintlichen Problemzonen und sind mit sich unzufrieden. oder etwa nicht?

Was das essverhalten betrifft, so hab ich "gute" und "schlechte" Tage. So bezeichne ich sie zumindest seit neustem wieder. Augen rollen
gut steht für einen Tag, an dem ich so gegessen habe, dass ich mein G. halte, oder sogar etwas abnehme. (ich hungere aber nicht)
schlecht steht für einen fresstag. Ein tag, an dem ich z.B. unvorhergesehen auf nen kaffee und ein Stück kuchen eingeladen wurde, oder beim Frühstück noch ein zweites Brötchen verdrückt habe. Dann schrillen die Alarmglocke und ich versuche am abend einzusparen. wenn auch das nicht geht, dann klappt ein schalter um und ich denke "oke schei* drauf, jetzt hastes eh verkackt, kannst also gleich reinhauen" und ich gönn mir alles, auf was ich lust habe.
Am nächsten tag hab ich dann ein schlechtes gewissen und ärger mich über mich selbst, spätestens wenn ich in den Spiegel schaue.

Aber entsprechen diese "guten" Tage nicht einfach nur einer Figurbewussten Ernährung?

Ich bin hin und hergerissen.
ich hab ein Bild von mir auf meinem Schreibtisch stehen, als ich noch tief in der MS steckte. Und ich weißt: so mager will ich nie wieder sein. ich will normal sein, mit iener normalen Einstellung zum Essen leben und glücklich sein. Aber was bedeutet schon normal?
Und warum rutscht das essen wieder so sehr in den Vordergrund?
Warum kann ich mir da nicht vertrauen?

tut mir leid, dass ich euch so nen Roman vor die Nase setzt, aber ich musste das einfach loswerden.
Ich würde mich sehr über Antworten freuen.

Liebe Grüße
Blu
  Essstörungen - Gewicht Essen Abnehmen
 



pixma:
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hallo blu!

ich denke, es kann durchaus sein, dass du dich über dich vermeintliche spontanheilung etwas zu früh gefreut hast....zumal du ja anscheinend den ursächlichen faktoren noch nicht auf den grund gegangen bist.

mir ist das deshalb in den sinn gekommen, weil ich jemanden kenne, bei dem es sich ähnlich verhielt:
das mädchen hatte zunächst drei jahre lang ziemlich ausgeprägte symptome einer MS, in denen sich keinerlei besserung abzeichnete trotz therapie. Dann lernte das Mädchen durch Zufall einen Jungen kennen, mit dem sie dann eine Beziehung einging. Plötzlich wirklich wie auch Knopdruck aß sie wieder unbeschwert, nahm auf NG zu und schien der glücklichste Mensch auf Erden zu sein. Jedesmal aber, wenn ihr Feund einmal länger nicht da war (einmal war er 1 semester im ausland) machten sich auffallend schnell wieder die Symptome der ES bemerkbar. In dem einen Semester verlor die betreffende Person fast 10 kg, aber als ihr Freund wieder zurück war, nahm sie wieder zu.
Leider trennte er sich nach 2,5 Jahren Beziehung von ihr und die MS brach wieder voll aus und ist auch heute noch zentraler Punkt im Leben dieser jungen Frau.

Ich erinnere mich, dass ich ebenso wie mein umfeld total verblüfft reagierte, als damals alles so plötzlich besser wurde und sie wie von heute auf morgen geheilt schien. Aber im Nachhinein sieht man deutlich, dass es sich wohl nicht um eine Heilung oder Genesung im eigentlich gehandlet haben kann, denn wenn die Wurzeln der Erkranung wirklich getilgt gewesen wären, wäre sie nicht mir nichts dir nichts wieder in die ES gekippt.

Also möglicherweise ist es bei dir ähnlich....muss aber natürlich nicht sein. Was meinst du dazu?
  Forum Essstörungen - Körper Kalorien Fitness Sport
 



Blu:
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Danke für deine Antwort Pixma!
wie gesagt, ich bin da hin und hergerissen...aber du hast recht, nach den Wurzeln meiner MS hab ich nie gegraben. ich weiß heute, dass es ein fehler war aber damals war ich einfach nur froh mit der ganzen Sache "nichts mehr zu tun haben zu müssen" Augen rollen Doch da war schon immer die Angst mir etwas einzureden, etwas zu dramatisieren, so wie jetzt, deshalb auch der thread...
kurz nach dem ich die MS "durchgestanden" hatte hab ich mir auch nie die Frage nach dem Warum gestellt. Warum hab ich mit dem Hungern angefangen? Warum wollte ich so dünn sein? Warum hat mir eine Zunahme solche Angst gemacht?
In den letzten Wochen kamen mir immer wieder mögliche (beweg-)Gründe dafür in den Kopf. Es war als würde ich mich zum ersten mal ansatzweise verstehen, zumindest was meine MS betrifft....
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