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ab-server-Foren: Beitrag |
Thema: Hab ich eine Essstörung?? Ich weiß es nicht!! |
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Dass dein Essverhalten nicht normal ist, weißt du ganz sicher selbst – und bist ja auch sehr gut in der Lage, zu benennen und aufzuzählen, was nicht stimmt. Einen Grund zum Zweifeln gibt es also eigentlich nicht und ich denke, deine Zweifel richten sich auch gar nicht vorrangig auf die Frage „bin ich essgestört?“ (sollte ich mich da täuschen, dann stell‘ die Frage anders und mach‘ aus „bin ich essgestört“ ein „bin ich so glücklich?“. Wenn du diese Frage verneinst, dann frag‘ dich: „kann ich diesen Zustand aus eigener Kraft und ohne Hilfe ändern?“. Lautet deine Antwort „Ja“, dann ändere etwas… wenn du mit „Nein“ antwortest, hast du ein nicht anzuzweifelndes oder abstreitbares Problem – und ob du das dann Essstörung nennst oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass du Unterstützung und Lösungen brauchst)…
Aber womöglich zweifelst du gar nicht am Vorhandensein der Essstörung, sondern an deinem Recht, dir Hilfe zuzugestehen und zu holen? Oder auch daran, ob du deine Situation tatsächlich ändern willst? – Solange man sich an Zweifeln festklammert und das Problem nicht anerkennt, hält man sich eben die Tür offen, wegzulaufen… vor Konfrontationen und vor der unangenehmen Situation, etwas ändern zu müssen. Die Essstörung anzuerkennen und das Problem einzusehen, ist der erste Schritt des Loslassens… und das Loslassen kann sehr hart und schmerzvoll sein. Dass das unsicher macht und Zweifel schürt, ist normal…
…aber je länger du wartest und das Problem wegschiebst, desto mehr machst du dir kaputt.
Was du machen kannst? – Erstmal eine Entscheidung treffen, was du willst und ob du bereit bist, etwas zu ändern. Und dann einen Ansprechpartner suchen: Eltern, Arzt, Beratungsstelle… oder auch ganz direkt einen Therapieplatz. Is‘ nicht einfach und kostet Überwindung… aber hilft gegen die Hilflosigkeit und Verzweiflung!
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Thema: Belohnungen? |
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ist ja auch nicht einfach, die Antwort auf diese Frage zu wissen... sie zu suchen und zu finden, wär' trotzdem wichtig.
Wann hat die ES angefangen? Hat dir zu diesem Zeitpunkt irgendetwas gefehlt? Bist du mit irgendetwas nicht zurecht gekommen? Welches Gefühl vermittelt dir die ES? Sicherheit? Stärke? Schwäche? Was ermöglicht sie dir, was erlaubt sie dir? Was geht in dir vor, wenn du normal isst/ 'zuviel' isst? Zunimmst? Wovor hast du Angst? Warum? Ist die Angst manchmal stärker? Dein Essverhalten in bestimmten Situationen besonders schlimm?
Ich denk', auf solche Sachen solltest du achten... und versuchen, die Zusammenhänge zu verstehen.
Machst du Therapie?
Was mir noch eingefallen ist, um zu erklären, was ich meine:
Ein wesentlicher Punkt der ES ist ja, dass du dein Leben, deine Alltagsgestaltung, dich selbst und deinen Wert viel zu sehr über sowas wie Essen, Gewicht usw. definierst und entsprechend gestaltest.
Wenn du dir nun bestimmte Ziele setzt und dich dabei wieder für ein bestimmtes Essverhalten, Gewicht usw. belohnst: worüber definierst du dann dein Leben, deinen Alltag und dich selbst?! Doch unverändert über das Thema Essen/Gewicht.
Ist das also ein wirklicher Fortschritt bzw. Erfolg? Hat sich damit etwas Wesentliches geändert? - Irgendwie nicht... ob du dir sagst "ich bin gut, weil ich es schaffe, abzunehmen" oder ob du dir sagst "ich bin gut, weil ich es schaffe, zuzunehmen", ändert nichts daran, dass du das "ich bin gut" vom Gewicht abhängig machst.
Wenn du sagen kannst: "ich bin gut, weil ich ich bin und was ich wiege, ist egal", dann ist's ein Erfolg - dir ist aber momentan nicht egal, was du wiegst... du brauchst die Sicherheit, die Zahlen, die Struktur, die Ziele. Oder?
Ich denk', um wirklich Erfolg zu haben, musst du bereit sein, die ES loszulassen - aber das setzt voraus, dass du verstehst, weshalb du sie fest hältst...
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Thema: Belohnungen? |
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ist nicht so, dass ich's nicht verstehe.
Aber ich hatte solche Gedanken und Ideen auch: "wenn ich es jetzt schaffe, eine Woche vernünftig zu essen, dann kaufe ich mir... dann gönne ich mir...".
Das Problem an der Sache:
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Original von rosie!
aber es geht dann schnell in die richtung "ist doch selbstverständlich", |
Essen sollte aber selbstverständlich sein. Und solange ich ihm diesen Sonderstatus zugewiesen habe, war das nichts anderes, als der Beweis, dass ich von 'gesund' sehr weit entfernt bin.
Wenn ich mich für richtiges Essen belohnt habe, war das kein wirklicher Erfolg, mein Denken und Handeln drehte sich unverändert um das Thema, das ich doch hinter mir lassen wollte.
Als ich mir etwas Schönes gönnen konnte, ohne dass das irgendeinen Bezug zur ES hatte, ging's vorwärts... Das waren dann wirkliche Erfolge, aber die brauchten keine Belohnung, sondern genau diese Erfolge haben dem 'normal essen' seinen Wert gegeben (und es damit oft überhaupt erst ermöglicht).
Wenn der Wert von 'normal essen' ohne konkrete Belohnung zu schnell verfällt, fragt sich: warum? Weshalb merkst du nicht, was es dir gibt? Gibt es dir nicht genug? Nimmt es dir etwas, was du nicht wirklich hergeben willst?
Belohnungen find' ich nicht schlimm oder schlecht - wichtig finde ich aber, wofür man sich tatsächlich belohnt... und welche Funktion die Belohnungen haben... oder auch, mit welchen Gedanken und Überlegungen sie einhergehen.
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Thema: Belohnungen? |
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wenn die Ziele nicht mit dem Essen zusammenhängen, ist's (in gewisser Weise) was anderes. Ich hatte wohl so Sachen im Kopf wie: "wenn ich ...kg zugenommen habe, dann..." oder "wenn ich mich getraut hab', ... zu essen dann..." oder auch: "wenn ich... Tage 'richtig' gegessen habe, dann..."
Ich denk', sowas sind aber Ziele, die für sich allein einen Wert haben müssen und ihren Wert nicht durch Belohnungen bekommen sollten, denn damit bleibt es eine Art Zwang: du musst essen, siehst es aber nicht als lohnend ohne zusätzliche Belohnung.
Wenn das so ist, ist irgendwas nicht richtig... und ich hätte Zweifel, ob die Erfolge von Dauer sein können.
Was du schreibst, ist nachvollziehbar - kleine Schritte sind ja auf keinen Fall falsch, wenn sie dich immer mehr in die richtige Richtung bringen... die kleinen Schritte als Erfolg zu sehen, ist auch richtig... genauso find' ich's richtig, dir etwas Schönes zu gönnen, weil gerade alles gut läuft, du dich freust und dich gut fühlst.
Problematisch wird's, wenn du die Belohnung brauchst, um dich gut zu fühlen, denn dann ist der eigentlich angestrebte Erfolg kein wirklicher Erfolg für dich, sondern wird erst durch die Belohnung dazu.
Ganz davon abgesehen: braucht man unbedingt Erfolge oder einen bestimmten Anlass, um sich was Gutes zu tun? Oder sollte das nicht ganz selbstverständlich zum Leben gehören? Und ginge es nicht darum, zu erkennen, dass dir die ES dabei im Weg steht? Und du gerade dann, wenn sie dir deine Erfolge kaputt machen will und sehr stark ist, über ihr stehen kannst und sagen kannst: "ich mach' jetzt trotzdem (oder gerade deshalb) was Schönes und lasse mich nicht von der ES bestimmen"?
...das ist dann ein Erfolg - aber für den brauchst du keine Belohnung, sondern die Belohnung liegt im Erfolg selbst.
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Thema: Belohnungen? |
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Ich kann mich täuschen, aber irgendwie klingt das Ganze ein bisschen, als ob die Belohnungen eher sowas wie einen Anreiz darstellen sollen, um die Ziele zu erreichen - nach dem Prinzip: "wenn ich... geschafft habe, dann mache ich etwas Schönes". Aber solange es Belohnungen braucht, um gesund werden zu wollen, stimmt etwas nicht... - entweder der Wille ist da oder nicht. Es wird langfristig nicht funktionieren, sowas wie Motivation zu erzwingen, wenn sie nicht von innen kommt und ohne zusätzliche Belohnung verschwindet...
Wenn das allerdings der Fall ist, braucht man keine Belohnungen, sondern sieht wirklich im erreichten Ziel und dem Erfolg die Belohnung.
Davon abgesehen frag' ich mich: was ist, wenn ein geplanter Erfolg nicht eintritt? Gönnt ihr euch dann nichts Schönes?
Auf die Art räumt ihr der ES ja aber unverändert eine Menge Macht ein: wenn sie zu stark ist, macht ihr nichts Schönes und ordnet euch der ES unter? - Es sollte doch eigentlich darum gehen, sich eben nicht mehr vom Thema Essen abhängig zu machen...
Euer Plan läuft darauf hinaus, dass ihr die ES als Grundlage unverändert braucht und eigentlich nicht vollkommen loslassen könnt. Sie wird, obwohl ihr eigentlich dagegen arbeiten wollt, von euch immernoch in den Mittelpunkt gerückt und bestimmt euer Leben.
Sich für Sachen zu belohnen, die an sich schon Belohnung sind, macht nicht richtig Sinn - sinnvoll ist aber, daran zu arbeiten, dass euch das Loslassen der ES wirklich als lohnend erscheint - nicht, indem ihr künstliche Belohnungen schafft, sondern indem ihr euch ein Leben schafft, das sich nicht über Essen, Gewicht und all so Sachen definiert...
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Thema: Scheisse ! |
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Ach, ich finde total nachvollziehbar, was du schreibst! Kommt mir alles ziemlich bekannt vor... hmmm... ich schreib' mal, was mir so durch den Kopf geht:
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Original von Cyrianne81
Das Problem mit dem Festhalten habe ich auch. Es gibt mir Sicherheit, Ordnung, Kontrolle... |
Was genau willst du kontrollieren? Was würde passieren, wenn du loslässt? Was würdest du verlieren?
Ich glaub', für mich war wichtig, dass mir die ES erlaubt hat, mich nicht zu mögen. Sie hat nicht erwartet, dass ich mich selbst akzeptiere und mich einfach so mag, wie ich bin... dass ich funktioniere... oder dass ich glücklich bin... Durch sie konnte ich ausleben, wie ich mich fühle.
Ich wusste, das es falsch ist, mich nicht glücklich macht, sondern eigentlich nur kaputt - aber das hat gut getan...
Ich musste nicht glücklich sein, aber das Unglücklichsein trotzdem nicht direkt aushalten. Ich durfte mich ablehnen, aber war trotzdem nicht unmittelbar mit dem konfrontiert, was ich wirklich ablehne. Ich durfte Fehler an mir sehen, ohne wirklich mir selbst und meinen Fehlern gegenüber zu stehen.
Gleichzeitig hat mir die ES eine gewisse Legitimation gegeben, mich ernst nehmen zu dürfen - durch sie war da einfach ein greifbares Problem. Wenn ich das Problem losgelassen hätte, wäre scheinbar alles wieder in Ordnung gewesen... also wollte ich nicht loslassen, denn es war nicht alles gut.
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Original von Cyrianne81
Ich kenne die Probleme, aber nicht die Lösung: Wo kriege ich Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen her, wie schaffe ich es, nicht mehr so abhängig von der Meinung anderer zu sein, meinen Körper nicht mehr zu hassen oder eklig zu finden ? |
Selbstbewusstsein ist ja eigentlich nichts anderes, als dass du dir darüber bewusst bist, wer du bist. Je unsicherer du dir diesbezüglich bist, desto abhängiger bist du von der Meinung anderer und desto weniger vertraust du dir... also geht's darum, dich kennen zu lernen.
Beobachte dich, hinterfrage dein bisheriges Bild und achte darauf, was du wirklich denkst und fühlst und willst.
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Original von Cyrianne81
Das Problem ist halt auch, dass ich vorher so dick war und nun absolute Panik habe, gleich wieder dick zu werden wenn ich esse. Ich kenne kein normales Ess-Verhalten. Und daher traue ich mich alleine auch garnichts. Und wenn, dann kriege ich hinterher einen Heulkrampf und ritze mir zur Strafe ins Bein. |
Einerseits wäre es nicht schlimm, wenn du wieder dick werden würdest - dann ist's eben so und du bist nicht 'perfekt'; was soll's. Hat dich das dünn-sein glücklicher gemacht? Ist das, was du dir vom Leben wünschst daran gebunden, einen möglichst perfekten Körper zu haben?
Andererseits wirst du nicht plötzlich ganz viel zunehmen, wenn du normal isst...
...aber ich denk', das weißt du ja selber. Und ich denk', dass das auch gar nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen muss oder sollte... Wichtig ist, dass du dir alleine etwas zutraust und keine Angst davor hast, Fehler zu machen und womöglich nicht vollkommen perfekt zu sein.
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Original von Cyrianne81
Ausserdem denke ich: Du kannst doch auch jetzt nicht essen, das würde nur wieder zeigen, dass Du ja garnicht wirklich krank bist und nur so tust als ob und dass ich kein Recht auf Hilfe habe...ich denke das ja immer noch, dass ich kein Recht auf Hilfe habe, weil ich nur "atypisch" bin - dabei sollten vielleicht auch die Depressionen im Vordergrund stehen. Alle unterstellen mir, dass ich krank bin, da kann ich doch nicht essen, was sagen die Leute dann? Kann eh in Gesellschaft nicht mehr essen. Obwohl ich so gern würde, einfach dazugehören, Spass haben, Gesellig sein, gesund sein, unbeschwert. Dass ich das nicht kann, macht mich auch wieder unglücklich. Bescheuert alles. |
Nee, ist nicht bescheuert!!! Aber es ist dein Problem - und das verdient es, von dir ganz ernst und wichtig genommen zu werden!
Du verdienst es, dass du dich ernst und wichtig nimmst.
Ich konnte das (auch) nicht... ich war mir selbst egal, ich war nicht wichtig, meine Probleme waren ja gar nicht so schlimm und ich hatte doch kein Recht, mir deswegen Hilfe zu suchen oder überhaupt irgendwen in meinem Umfeld zu nerven oder zu erwarten, dass jemand mich beachtet... Seltsam nur, dass andere meinen Problemen durchaus Beachtung geschenkt haben und letztlich: weshalb solltest du kein Recht auf Hilfe haben? - Du hast immer das Recht, danach zu suchen und darum zu bitten... und wenn andere dann darauf eingehen und dir helfen wollen, ist das ja deren Entscheidung (dann sehen sie wohl die Notwendigkeit und du kannst ihnen einfach glauben, dass sie dir nicht grundlos ihre Unterstützung anbieten).
Ob nun die ES oder Depressionen oder sonst irgendwas im Vordergrund steht: wichtig ist doch nur die Frage, ob's dir gut geht und du glücklich bist. Und wenn das nicht der Fall ist und du allein nicht zurecht kommst, dann bist du es dir schuldig, dir dabei helfen zu lassen.
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Original von Cyrianne81
Das mit dem Funktionieren stimmt. Habe es nicht anders gelernt und bisher immer so gemacht. Orientiert an meinen Eltern und Großeltern, deren Erwartungen wurden erfüllt. Oder die von Freunden. Oder vom Arbeitgeber. Ich habe zur Therapeutin schon gesagt: Ich fühle mich wie ein kleines Kind, dass sich selber überhaupt nicht kennt.
Habe auch keine Beziehung zu meinem Körper.
Und blos immer beschäftigt sein, man könnte sonst Zeit zum Nachdenken oder Essen haben. |
Kommt mir bekannt vor - man hat immer funktioniert, immer mitgespielt und alles möglichst richtig gemacht... nur irgendwie wusste man im Laufe der Zeit immer weniger, wer man selbst eigentlich ist. Ob man überhaupt noch lebt, ob man wirklich noch da ist... das "offizielle" Bild funktioniert und stimmt; aber hinter dem Bild ist irgendwie nichts.
Ich hab' mir ein halbes Jahr frei genommen und die Sache mit dem Funktionieren auf ein Minimum beschränkt... So richtig verstanden haben das die Wenigsten - "du hast doch alles, du machst dir doch jetzt alles kaputt, kannst doch nicht einfach nichts tun... du bist doch so nicht glücklich" - ich war auch nicht glücklich, es war oft einfach nur schrecklich, mich so vollkommen mir selbst auszusetzen... ohne Funktionieren war nicht mehr viel übrig von einer 'Heilen Welt'... aber ich hab's gebraucht, um erstmal zu erkennen und zu spüren, dass es um mich geht und da erstmal völlig egal ist, was andere so denken und erwarten.
Ich denk', darum geht's ja letztlich: so lange du nur einen Zustand suchst, in dem alles ohne größere Probleme weitergeht und das Bild wieder passt, du den Erwartungen wieder gerecht wirst, hast du eigentlich nichts gewonnen. Dann hast du oberflächlich betrachtet keine Probleme mehr und bist in gewisser Weise vielleicht auch ganz glücklich... um dich selbst akzeptieren zu können, musst du aber dein eigenes Bild finden - und wenn das Bild nicht positiv ist, dann ist's eben so... davor wegzulaufen und in ein anderes Bild zu flüchten, hilft nix. Versuch' dich erstmal anzunehmen und vor allem ernst zu nehmen mit all deinen Problemen und Fehlern und Ängsten... kämpf' nicht sofort dagegen an und werte es nicht ab, sondern lass' es erstmal zu. Es ist ja nicht falsch, sondern entspricht dir selbst... und du bist richtig.
ach, und:
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Original von Cyrianne81
Oha, ich hoffe, die Prüfung war erfolgreich ! |
Das hoffe ich auch!
(War leider nicht so ganz, wie ich's mir gewünscht hätte, aber... bin mal gespannt auf's Ergebnis... und im schlimmsten Fall gibt's 'ne Wiederholungsprüfung)
alles Liebe!
(was mir gerade auffällt: irgendwie ist aus dem Ganzen hier so'n Zweiergespräch geworden - wenn du magst, können wir das auch anders fortsetzen, per mail oder so...)
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Thema: Scheisse ! |
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ich will mal lieber nicht versprechen, dass mir jetzt allzu viel Sinnvolles einfällt, hab' gerade 4 Stunden Prüfung hinter mir - aber irgendwie... na, ich versuch's mal!
Dass der Wille definitiv da ist, ist doch auf jeden Fall gut - den wirst du brauchen, um letztlich irgendwie über deinen Schatten zu springen und die Essstörung loszulassen.
Ich hab' mir schrecklich oft gedacht, dass ich die Essstörung nicht will, aber insgeheim doch daran festgehalten... hab' sie irgendwie doch gebraucht und das, was sie mir gegeben hat, trotz all der negativen 'Begleiterscheinungen' eigentlich nicht hergeben wollen.
Ich denk', es geht eben darum, dass du das, was dir die ES bringt, durch andere Dinge bekommst und sie damit überflüssig werden lässt. Dorthin zu finden, wird aber sicher erstmal sehr viel anstrengender, als alles einfach so weiter zu machen, wie bisher... und letztlich geht es ja nicht 'nur' darum, dass die Essstörung verschwindet, sondern dass deine Baustellen abgearbeitet sind...
Das mit der Krankenkasse ist Mist - lässt sich da irgendwie nachfragen und drängeln und nerven? Ansonsten... wünsch' ich dir einfach mal, dass sich das Ganze bald klärt und die Genehmigung kommt.
Was mir gerade auffällt: du weißt nicht, wo du anfangen sollst und bist überfordert - und das ist ja ganz normal und nachvollziehbar. Andererseits weißt du ja teils ganz gut, was dein eigentliches Problem ist... meinst du, du kannst da vielleicht ein bisschen ansetzen?
Also, nicht irgendwelche Ziele und Pläne entwerfen, wie du möglichst toll isst und wie das alles richtig wäre - das stresst dich nur, das schafft Druck und verbessert eigentlich nichts.
Iss so, dass es für dich erträglich ist und du dich halbwegs sicher fühlst... und dann versuch', die Sicherheit gelegentlich zu durchbrechen. Geh' mal mit in die Kantine oder iss Schokolade. Versuch', dich zu überwinden und festzustellen, dass nichts Schlimmes passiert und du loslassen darfst... aber nicht musst, wenn es sich zu schlimm anfühlt.
Das, was du schreibst, klingt alles so nach immer neuem Erwartungsdruck - willst du die ES loswerden, weil es dir damit schlecht geht? Oder weil du dünn, blass und kraftlos bist deswegen? Ist es schlimm, mit den anderen nicht essen zu gehen, weil du gern essen würdest? Oder weil du damit ihren Erwartungen und Vorstellungen nicht gerecht wirst und dich irgendwie rechtfertigen und rausreden musst? - Ich finde, das sind verschiedene Dinge...
Auch die Sache mit der atypischen Anorexie - es stört dich, weil's nichts "richtiges" ist, weil's dem Bild nicht vollständig gerecht wird?
Es geht ja aber um DICH.
Du darfst kraftlos und traurig sein, du musst nicht unbedingt toll und gesund aussehen, du musst nicht essen, musst aber auch nicht hungern. Du musst eigentlich 'nur' machen, was du wirklich willst und was dich glücklich macht... und dabei solltest du nur du selbst sein.
Wenn das Selbst im Moment blass, unsicher und traurig ist, darfst du es nicht wegschieben - es hat ja Gründe dafür und sehnt sich danach, dass du es akzeptierst und annimmst...
Ich hab' den Eindruck, du bist es gewöhnt, zu funktionieren und dich selbst gar nicht richtig zu beachten, dir grundsätzlich nichts zu erlauben, dich an irgendwelchen von außen gegebenen Erwartungen zu orientieren und anzupassen.
Fällt es dir schwer, 'nein' zu sagen? Fällt es dir schwer, dich fallen zu lassen? Fällt es dir schwer, dir Ruhe zu gönnen? Dir etwas Schönes zu gönnen?
...versuch' vielleicht, dort anzusetzen?
alles Liebe!
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Thema: Scheisse ! |
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hat 'ne Weile gedauert... aber jetzt doch nochmal 'ne Antwort:
ich denk', wenn's dir ernst ist mit den guten Vorsätzen und du wirklich den Willen hast, etwas zu ändern, dann wird das Durchhalten auch klappen - nicht immer und von Anfang an... aber doch immer 'n Stück besser... und irgendwann wird's kein 'Durchhalten' mehr sein, sondern Normalität.
Wichtig ist wohl, dass du dir 'normal essen' nicht als nun neues abgegrenztes Ziel setzt, das du möglichst perfektionieren musst und womit du dir neuen Druck schaffst... (...denn das wäre nicht normal), sondern dich zu akzeptieren lernst. Nicht in irgendwelche Ziele, Pläne, Hobbys und Idealvorstellungen flüchtest und damit eigentlich vor dir wegläufst...
...sondern einen Weg zu dir findest und dich als jemanden annehmen kannst, der eben auch Fehler hat.
Im Moment ist dein Fehler die Essstörung, aber... ich denk', die kann und wird an Bedeutung verlieren, wenn du dich darauf einlässt und dich mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich dahinter steckt...
Also: schieb sie nicht weg (sie will dir ja etwas zeigen)... sondern setz' dich damit auseinander, auch wenn's anstrengend wird... es lohnt sich ganz bestimmt!
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Thema: Scheisse ! |
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ein schönes Wort zum Freitag! 
Das klingt doch alles gut und positiv und... ach, ich hab' gerade nicht viel Zeit - aber wünsch' dir, dass du deine Motivation halten kannst und vorwärts kommst...
...und alles Liebe erstmal!
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Thema: Scheisse ! |
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Original von Cyrianne81
Ich habe mich immer nur über Schule und Beruf (Noten, Leistung) definiert. Nie über Hobbies, private Dinge, irgendwas, das mir Freude macht. Privat ist bei mir einfach alles so leer. Freunde, klar, aber die kommen im Moment auch überhaupt nicht an mich ran. Ausserdem kann ich mit denen ja nicht mal weggehen, weil mich das essenstechnisch überfordert. Die haben zwar auch gemerkt, dass was nicht stimmt und stehen zu mir, aber helfen kann mir da so richtig keiner ausser ich selber. |
Schule/Beruf sind ja auch keine unwichtigen Bereiche im Leben und vielleicht kannst du dort erstmal ansetzen - aber nicht im Sinn von "meine Leistungen bestimmen, ob ich gut oder schlecht bin", sondern das ohne Wertung betrachten: was hat dir Spaß gemacht in der Schule? Was magst du an deinem Job? Du meintest, dir gefällt Statistik-Zeug... DAS ist ja z.B. etwas, was dich ausmacht. Versuch' dich als Person zu erkennen, die bestimmte Vorlieben und Abneigungen hat, bestimmte Eigenschaften und Eigenheiten... die völlig unabhängig von bestimmten Leistungen bestehen und dich als Mensch ausmachen.
Solange du dich als Mensch weitgehend über irgendwelche Erfolge und Misserfolge definierst, setzt du dich riesig unter Druck... und jeder Misserfolg kann dich völlig zerstören und dazu führen, dass du glaubst, gar nichts zu sein. Das macht dich unsicher und instabil, schreibt dir keinen dauerhaften und verlässlichen Wert zu...
...aber ich denk', es geht darum, diesen dauerhaften Wert, der unabhängig von irgendwelchen Leistungen besteht, zu finden und zu festigen - und das ist dann Selbstbewusstsein.
Auf Zwang irgendwelche Hobbys zu suchen, um dich darüber definieren zu können, gibt eigentlich auch nur oberflächlichen Halt - wer bist du dann ohne das Hobby?! Freizeit, Interessen, Hobbys helfen bestimmt, dich kennenzulernen... geben dir aber keine Identität. Sie füllen die Leere, lassen sie aber nicht verschwinden...
Was die Freunde betrifft: kannst du dich ihnen anvertrauen? Erzählen, was los ist? Vielleicht gibt's den einen oder anderen, der dich dann auch unterstützen kann... oder dir vor allem auch die Erfahrung vermittelt, dass man dich durchaus akzeptiert und mag, auch wenn gerade alles nicht so toll läuft? Ich könnte mir vorstellen, dass du dich im Moment auch diesbezüglich unter Druck setzt: "ich zieh' mich ja total zurück, mag nicht mehr weggehen... bin total alleine mit meinen Problemen... und wenn ich glücklich sein will, MUSS ich mich doch aber zusammenreißen... ich mach' mir alles kaputt, versage völlig."
Vielleicht musst du ja nichtmal Details erzählen, sondern nur ein "mir geht's momentan nicht gut" über die Lippen bringen - mich hat das immer extrem erleichtert und Halt gegeben, wenn ich wusste, dass es Menschen gibt, die das einfach akzeptieren, mich hinnehmen, mit denen ich mal reden konnte und denen ich wichtig bin... die nichts von mir verlangen und mich nicht abwerten oder alleine lassen... (zu spüren, dass man anderen etwas wert ist, kann sehr, sehr hilfreich sein, um sich selbst auch einen Wert zuzuschreiben).
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Original von Cyrianne81
Und dann wieder die Angst, dass das, was ich privat vielleicht irgendwann als erfüllend empfinde, von meinen Eltern oder Großeltern nicht akzeptiert wird, wieder schlechtgeredet wird und ich mich dann wieder schlecht fühle und mich selber oder mein Hobby abwerte, wie bisher immer, wenn es denen nicht gefiel. |
Es ist dein Leben!!! Deine Eltern und Großeltern scheinen dir bisher einiges kaputt gemacht zu haben - nimm ihnen die Macht, das auch in Zukunft tun zu können... Daran lässt sich bestimmt auch in der Therapie arbeiten.
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Original von Cyrianne81
Nur habe ich sonst nie nachgegeben und da war ich so fertig, dass ich dachte "ist doch eh alles egal, alles scheisse, Du wirst eh wieder fett, also kannst Du auch essen". Mein Bauch ist immer noch eine Kugel und mir ist richtig schlecht mit Völlegefühl. Fühle mich also wieder hässlich und eklig. Habe das Gefühl, 2-3 kg zugenommen zu haben. |
Fühlst du dich hässlich und eklig, weil du womöglich zugenommen hast - oder weil du deiner Meinung nach versagt hast? Geht es wirklich um die Zunahme an sich... oder darum, dass du Zunahme mit Misserfolg und Schwäche assoziierst und damit dein negatives Selbstbild bestätigt siehst? Dass eine Zunahme dir das nimmt, was es dir momentan möglich macht, dir überhaupt einen Wert zuzuschreiben?
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Original von Cyrianne81
Meine bessere Hälfte meint, ich soll doch versuchen, wieder auf 64-65 kg zu kommen, da hätte ich so toll ausgesehen. Schlank und gesund. Nicht krank und ausgezehrt wie jetzt. Und, naja, ich glaube ihm schon. Er ist immer ehrlich. Und für ihn zählt mein Gewicht eigentlich nicht, er hat mich ja auch geliebt, als ich noch dick war. Aber er will halt, dass ich wieder "gesund" werde und ein "gesundes" Gewicht habe.
Nur bin ich da so fixiert auf Figur und Gewicht und Zahlen und kcal...dass ich es mir selber schwer mache. Alles blöd eigentlich. 56 kg kann ich nur mit hungern halten, nicht mit normal essen, das weiss ich. Und ich finde mich ja auch jetzt überhaupt nicht hübsch oder schön, das ist ja das Tückische. Ich will mich wirklich anstrengen, gescheit zu essen, aber es ist soooo schwer. |
Geht's dir darum, schön auszusehen? Deine Vernunft sagt: "ja, natürlich... ich will gesund sein, hübsch sein...", deine Vernunft sagt dir auch: "es ist gar nicht so wichtig, ob ich ein paar Kilo mehr oder weniger wiege"... Weshalb also nicht einfach essen?!
...weil mit jedem Kilo mehr ein Stück "Erfolg" verloren geht und du deinen Halt verlierst... ein Stück von dem verlierst, worüber du dich ganz wesentlich definierst?! Oder auch, weil du dich mit einem gesunden, gut aussehendem Spiegelbild nicht identifizieren könntest - es nicht der Realität entsprechen würde, es nur Betrug wäre?
Lieber dünn und krank sein und sich an diesem Erfolg festhalten, als sich der Situation zu stellen, ein gesundes und glückliches Bild von dir haben zu sollen, das du eigentlich nicht hast, so dass dich diese Erwartung geradezu zum Scheitern zwingt?
...zumindest kenne ich das so von mir: ich wollte nicht schön sein, sondern dünn. Die Erwartung, schön zu sein, hätte vorausgesetzt, dass ich etwas Schönes an mir sehen kann... ich wusste aber, dass ich das nicht kann und nur noch mehr verzweifle, wenn ich es versuche. Also versucht man, die Verzweiflung gering zu halten und sich ein Ziel zu setzen, das erreichbar ist, Erfolg und damit auch Bestätigung bringt: ein möglichst niedriges Gewicht. Das fühlt sich gut an... bringt Selbstbestätigung, die man anders nicht findet.
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Original von Cyrianne81
Aber ich habe halt oft das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Kann ich mir auch einbilden. Das weiss ich halt nicht. Ich denke aber, dass ich zumindest nach den Vorgesprächen die Thera bei ihr anfange, um zu gucken, wie es sich entwickelt. |
Das Gefühl kenn' ich! Aber kommt es vielleicht daher, dass sie sehr ruhig, freundlich usw. ist? Dass es dir vorkommt, als würdet ihr gar nicht über richtige Probleme reden, sondern euch einfach nur nett unterhalten, während sie lächelt und nickt und einfach erstmal hinnimmt, was du sagst?
Ich denk', sie muss dich und deine Situation ja erstmal kennenlernen - und es wär' wahrscheinlich auch seltsam, würde sie sich hinstellen und sagen "ohje, das ist ja alles ganz schrecklich, Sie sind ja völlig am Ende und in Ihrem Leben läuft alles schief" (oder so ähnlich) - einerseits muss sie ja ein bisschen Distanz halten... andererseits muss sie dich nach dem Gespräch ja doch auch ruhigen Gewissens wieder nach Hause gehen lassen können, ohne dass du komplett am Boden bist und alles völlig hoffnungslos und schlimm siehst...
Wie war der Termin heute?
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Original von Cyrianne81
Angst habe ich auch. Angst zu versagen, die Stelle nicht gut auszufüllen, dass jeder merkt, ich bin doch ein Versager etc. |
Ganz unabhängig davon, wie gut oder schlecht du die Stelle ausfüllst: du bist kein Versager. Bist nur ein Mensch, dem es durchaus passieren kann, mal Fehler zu machen... Die Fehler machen dich aber nicht zu 'nem schlechten Menschen, sondern gehören dazu... zu dir, zum Gesamtbild... und das Gesamtbild wird durch die Fehler nicht schlechter, sondern nur vollständiger.
liebe Grüße!
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Thema: Scheisse ! |
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Original von Cyrianne81
somit weiss ich, dass ich kein Selbstvertrauen habe, kein Selbstbewusstsein und meistens nie das gemacht habe, was ich wollte, sondern was andere erwartet haben. Außerdem habe ich mich immer klein und unsichtbar gemacht, da ich ja sicher war, dass mich eh keiner mag und ich es auch nicht verdient habe. Und das tue ich noch, weil ich mich nichts traue. So sieht es aus. Das Abnehmen habe ich gemacht, um es denen zu beweisen, dass ich es kann halt. Okay, ich mochte mich auch dick nicht, aber wie auch, wenn man immer gesagt kriegt, dass man hässlich ist oder nichts wert oder nicht gut genug. |
Die Tatsache, dass du das weißt, ist doch aber ein Anfang! Es geht eben "nur" noch darum, dass du einen Weg findest, Selbstbewusstsein aufzubauen und anders mit allem umzugehen...
Sich selbst zu akzeptieren und zu mögen, wenn man nie richtig erfahren hat, wie es ist, so akzeptiert zu werden, wie man ist... sondern nur dann, wenn man Leistung gebracht hat und "brav" war - das ist schwer.
Aber ich denk', du musst oder solltest herausfinden, wer hinter dieser Person steckt, die immer die erwartete Leistung gebracht hat und vor allem entdecken, dass genau diese Person an sich sehr nett und liebenswert ist... selbst dann noch, wenn sie mal völlig versagt. Und wenn du das erkannt hast, wird es auch einfacher, dir Fehler und ein Versagen zu erlauben und zu verzeihen - denn das greift dann nicht mehr dich als ganze Person an, zerstört nicht mehr dein Bild... zerstört nicht mehr das Bild, das du momentan wahrscheinlich brauchst, um dir überhaupt irgendeinen Wert zuzuschreiben und zumindest darin Halt zu finden.
Das wird nicht "einfach so" klappen, aber genau dafür ist die Therapie ja da: um dich aus deinem bisherigen Bild ein Stück rauszureißen und andere Sichtweisen aufzuzeigen... um dir dabei zu helfen, dass du das loslassen kannst, was dir bisher Halt gegeben hat, aber dich doch aufzufangen, solange noch kein neuer Halt da ist...
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Original von Cyrianne81
Nur isses jetzt halt noch viel, viel schlimmer als vorher. Vermute auch, dass das Essen als Seelentröster weggefallen ist und somit eine riesige Leere in mir ist, die ich nun halt mit dem anderen Extrem fülle. Was mir alle Kraft raubt. Und dann gestern noch dieser Fress-Tiefpunkt, was mir bisher nie passiert ist.
Die Teamleiter stelle möchte ich WIRKLICH haben, weil ich hier 'raus will aus dem Publikum und das ist halt viel Statistik-Krams und so, das ist total mein Ding. Ausserdem macht es mich doch ein wenig stolz, dass sich mein "Arsch-aufreissen" (sorry) wohl gelohnt hat. Ich habe halt nur totale Versagensangst. Allgemein, dass irgendwer merkt, ich bin doch ne Niete, und halt, weil ich so mit mir selber beschäftigt bin. |
Besteht da vielleicht ein Zusammenhang? - die neue Stelle in Aussicht, eine Veränderung, Unsicherheit, Bedenken, Angst... und gleichzeitig der "Fress-Tiefpunkt"?
Und jetzt machst du dich wegen beidem fertig, die Situation steigert sich immer mehr... je weniger das Essen klappt, desto mehr Angst hast du in Bezug auf die Stelle... je größer die Angst, desto schlimmer wird das Essen...
Hilft es, wenn du versuchst, dir das bewusst zu machen? Kannst du dir die Sache mit dem Essen damit vielleicht etwas verzeihen? Es gibt 'ne Menge Leute, die in schwierigen Situationen auf Essen zurückgreifen... du hast sowieso Untergewicht und bist von deinem Ausgangsgewicht ganz weit entfernt... ein paar Kilo mehr (die du nach einmal zuviel-essen eh' nicht haben wirst) fallen gar nicht auf (und wenn, dann höchstens positiv) - versuch' dich nicht zu verachten: es ist gerade eine Ausnahmesituation: neuer Job, Therapie angefangen, viel im Kopf, viel Anspannung... das steckt niemand so leicht weg! (und du musst das von dir auch nicht verlangen!!!)
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Original von Cyrianne81
Das Problem ist halt, dass ich von Therapie und wie sie laufen sollte absolut NULL Ahnung habe. Und das sind ja jetzt erst die Vorgespräche, wo sie einen halt kennenlernen will. Ich bin da vielleicht auch zu ungeduldig, weil da ja halt nichts "passiert". Ob ich die mögen soll oder nicht, weiss ich halt einfach nicht. |
Kannst du mit ihr reden? Ist okay, wie sie mit dir umgeht? Ist so eine grundlegende Sympathie da? - dann wäre es sicher Quatsch, einen anderen Therapeuten zu suchen. Dann versuch' einfach, dich darauf einzulassen, ehrlich zu sein,... und nicht zu erwarten, dass Wunder geschehen.
Wenn du den Eindruck hast, ihr nicht vertrauen zu können oder allgemein nicht mit ihr zurecht zu kommen, wär' vielleicht sinnvoll, den Therapeuten zu wechseln (aber eigentlich klingt das, was du schreibst, nicht so...)
alles Liebe!
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Thema: Scheisse ! |
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wenn du den Job wirklich willst (und nicht nur glaubst, dass du ihn machen soltest, weil das deiner Erwartung von einem möglichst perfekten Leben entspricht), kann das ja sicher auch Motivation sein und sich insgesamt positiv auswirken.
Ich denke, es wär' nicht richtig, zu denken "wegen der ES kann ich den Job nicht machen", denn irgendwie bekommt sie damit nur noch mehr Macht. Es wäre allerdings richtig, zu sagen: "mir selbst zuliebe kann ich den Job nicht machen, denn eigentlich fehlt mir dafür gerade die Kraft".
Also... wenn du den Job wirklich willst und es das ist, was dich momentan glücklich macht, solltest du alles dafür tun, dass die ES dich nicht daran hindert und dann gibt es womöglich auch Kraft. Wenn aber nur deine Vernunft sagt, dass der Job gut und richtig ist und du eigentlich (zumindest irgendwo tief im Inneren) weißt, dass es gar nicht das ist, wonach du im Moment suchst, dann raubt er dir nur Kraft...
Was auffällt, ist, dass du dich wirklich total unter Druck zu setzen scheinst - in jeglicher Hinsicht. Du hast eine Vorstellung im Kopf, wie alles richtig wäre und verzweifelst daran, dass du es einfach nicht schaffst, der Vorstellung zu entsprechen...
Du sagst ja, du bist sehr perfektionistisch erzogen worden - ich nehm' einfach mal an, es ging eigentlich immer darum, dass du alles richtig zu machen hattest und den Anspruch dann auch an dich selbst gestellt hast. Das Einzige, was gar nicht gepasst hat und nicht perfekt war, war dein Gewicht? Dann hast du abgenommen und den Beweis erbracht, dass du auch diesen "Fehler" aus der Welt schaffen konntest...
...gleichzeitig ist ein neuer Fehler aufgetaucht: die Essstörung. Als unbewusster Hinweis darauf, dass die Sache mit der Perfektion nicht funktioniert? Und dass du nie mit dir ins Reine kommen wirst, solange du dir keine Fehler zugestehst, weil dieses Bild, das du zu leben versuchst, unmöglich dir selbst entsprechen kann? Weil es perfekte Menschen eben einfach nicht gibt?
Und letztlich hängst du dazwischen fest: es läuft alles so gut, ist alles so toll und nahezu perfekt und das willst du nicht aufgeben - andererseits lehnst du dich selbst total ab für das, was du bist und fühlst dich nicht glücklich... (...weil du eigentlich gar nicht du selbst bist und nie tust, was du wirklich tun willst, sondern nur tust, was irgendwelchen Erwartungen gerecht wird?)
Wenn du grundsätzlich nicht weißt, wie du normal und vernünftig essen kannst oder soltest: vielleicht kann da Ernährungsberatung oder so ein Stück weiter helfen?
Ich glaub', Therapie sollte eher in die andere Richtung zielen: weg von der Vernunft und der Frage, wie du alles richtig machst und hin zu einem "was will ich eigentlich? Was ist mir wichtig? Was tut mir gut?" - ungeachtet dessen, was die Vernunft dazu sagt... du kannst nicht perfekt sein und musst das auch nicht, hast niemandem irgendwas zu beweisen - außer dir selbst. (wobei "du selbst" nicht die Stimme in dir ist, die dir sagt, dass du alles richtig machen musst).
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Thema: klinik ja oder nein? |
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eigentlich war der Schritt gar nicht so klein, oder? - Ist schön, dass du's geschafft hast, dich zu überwinden und das Ganze klingt einfach so, als wär's ein erster großer Schritt in die richtige Richtung...
Sich so richtig zu öffnen, fällt immer schwer und wird bestimmt auch immer wieder Überwindung kosten... aber auf die Art wird's dann auch vorwärts gehen und... ach, ist einfach schön, wenn du ein gutes Gefühl dabei hast und in deiner Therapie wieder etwas siehst, was dir wirklich helfen kann.
Wenn sich das wieder ändern sollte, ist es ja unverändert möglich, auf den Klinik-Gedanken zurück zu kommen... aber wenn du ihn im Moment nicht wegschiebst, weil deine Bedenken und Zweifel zu groß sind, sondern weil du ambulant Möglichkeiten siehst, ist das bestimmt nicht falsch - falsch wär' nur, wenn du deine Zeit mit irgendwas verschwendest, was dir eigentlich nicht hilft...
Wünsch' dir ganz viel Erfolg und Kraft für alle kleinen und großen Schritten, die jetzt noch so folgen!
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Thema: ADHS + Essstörung |
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Original von etoile
Ach ja und zum Thema: seit bei mir ADHS diagnostiziert wurde und ich auf Medikamente eingestellt bin, habe ich endlich angefangen zu leben, es geht auf einmal so vieles was vorher nicht ging.
Ich habe zwar immer noch sehr zu kämpfen, aber erstmals komme ich auch weiter. |
das ging mir vorhin 'ne ganze Weile durch den Kopf: irgendwie geht's genau darum - es ist zum ersten mal das Gefühl da, dass ich wirklich etwas tun KANN... dass es Sinn macht, irgendwo hin führt und nicht von vornherein mit der Befürchtung oder oft auch Gewissheit verknüpft ist, dass eh' alles nichts bringt. Nicht so ein: "Geh ich nach links oder nach rechts? - egal, mich macht beides nicht glücklich!", sondern... plötzlich das Gefühl, in eine Richtung gehen zu können, die mir gefällt, mir dabei nicht selbst im Weg zu stehen, nicht mehr so in mir gefangen zu sein.
Man wird halt nie in einer tollen rosaroten Märchenwelt leben und völlig frei von Problemen sein... aber es ist toll, wenn das größte Problem, das man hat, plötzlich nicht mehr man selbst ist... man sich selbst nicht so ausgeliefert ist.
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Original von etoile
Ach ja und @ chocolat
Da kann ich dir nur voll zustimmen. Mir wurde ( gerne in Psychiatrien nachdem eine Ärztin nicht mal 5 Min mit mir geredet hat) auch immer wieder gerne gleich ne Borderline Diagnose gestellt.
Ja die Kriterien habe ich auch mal erfüllt, nur erfülle ich sie nicht mehr seit ich auf Ritalin eingestellt bin... |
Mir kommt das total unverständlich vor - ich meine, dass AD(H)S in den Medien gern als Modediagnose dargestellt wird, die es nicht verdient, ernst genommen zu werden und die ja nur darauf hinausläuft, Drogen verschrieben zu bekommen, die die Leistungsfähigkeit steigern, ist das Eine... aber dass auch 'ne Menge Ärzte diese Sichtweise teilen und das einzig relevante Problem einer AD(H)S darin sehen, dass es Probleme mit der Konzentration gibt (was aber spätestens dann kein Problem mehr zu sein scheint, wenn man es trotzdem irgendwie geschafft hat, an einen Schulabschluss zu kommen), sollte irgendwie nicht sein.
(...und vermittelt diesen Eindruck: "solange du trotz AD(H)S funktionierst und dich nicht auffällig verhälst, ist doch alles gut und du hast kein Problem - egal, wie du dich dabei fühlst. Wenn du dann aber irgendwelche Auffälligkeiten zeigst und ganz offensichtlich nicht mehr funktionierst, hast du wohl irgendeine andere Störung, aber doch kein AD(H)S." Hmmm...
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Thema: ADHS + Essstörung |
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Original von hunter
sorry, ich meinte parkinson.
(ne, ich nehm kein ritalin)
hab ich ma wo gelesen. aber mir ist entfallen wo. war aber seriös. |

hatte mich schon gewundert, weil ich von der Alzheimer-These überhaupt noch nie irgendwas gehört hab'...
Aber was die Parkinson-Sache betrifft:
es gab da wohl mal eine Laborstudie mit Versuchstieren, die diesen Zusammenhang zwischen MPH und Parkinson aufzeigen sollte - es ging darum, dass nach dem Absetzen der Medikamente der Dopamintransport verringert ist und die Schlussfolgerung oder Interpretation davon war: das Dopamin-System wird also geschädigt und das wiederum könnte z.B. zu Parkinson führen.
Allerdings wurde selbst da schon angemerkt, dass das wohl insbesondere dann der Fall ist, wenn gesunde Menschen (bzw. in dem Fall Ratten) mit Ritalin "behandelt" werden... und letztlich eigentlich alles nur Spekulation ist.
Das Experiment wiederum wurde an Ratten durchgeführt, die vollkommen normal und gesund waren - die Erkenntnis, dass es im Allgemeinen nicht gut ist, wenn gesunde Leute irgendwelche Tabletten nehmen, scheint mir aber nicht sooo überwältigend neu - wenn nix kaputt ist, macht es keinen Sinn, irgendwas bauen zu wollen, sondern man riskiert damit einfach nur, irgendwas kaputt zu machen, was vorher funktioniert hat. Dann wiederum ist aber vielleicht auch fraglich, ob ich von Ratten denn nun unbedingt auf Menschen schließen kann...
Alles in allem gibt es bisher wohl keine Beobachtungen, dass eine Langzeitbehandlung mit MPH Parkinson-Symptome hervorruft.
Spannend aber auch: es gibt wohl Beobachtungen, dass Parkinson bei AD(H)S-Veranlagung häufiger auftritt und somit womöglich ein Zusammenhang besteht zwischen AD(H)S und einem erhöhten Risiko für Parkinson, aber nicht zwischen MPH und Parkinson.
Ich denk', es ist schon wichtig, dass die Diagnose nicht voreilig gestellt wird und abgeklärt wird, ob nicht auch eine andere Erklärung möglich wäre. Ob man dann Medikamente will oder nicht, bleibt nochmal jedem selbst überlassen... genauso wie wohl jeder selbst merkt, ob die Wirkung in die richtige Richtung geht.
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Thema: ADHS + Essstörung |
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Original von ...whoever...
Hallo! Sorry, dass ich jetzt auch was dazu schreibe.... |
weshalb solltest du denn nix schreiben dürfen?
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Original von ...whoever...
Ich hab immer Angst sowas anzusprechen (ADS oder so), weil ich Angst habe, die könnten Denken ich such mir nur was anderes als den Dingen die ich schon habe (hab z.B. auch dissoziative PS-Störung)... aber das ist nicht so. Es ist halt nur so, dass ich finde, dass vieles von ADS auf mich passt.
(Bitte verurteilt mich jetzt nicht, ich will mir ja gar nicht selber eine Diagnose geben, es ist nur das was ich denke.....). |
Mit der Angst hatte ich auch total zu kämpfen - vielleicht bilde ich mir ja alles nur ein? Vielleicht ist alles ganz normal? Oder ich will nur nicht wahr haben, dass ich eigentlich 'ne ganz andere Macke habe?
Mir sind auch andere Diagnosen gestellt worden... sie kamen mir aber nicht vollständig und wirklich richtig vor. Allein sowas wie "Weshalb denken Sie denn, es ist AD(H)S - das, was Sie beschreiben passt doch auch toll ins Borderline-Bild!?" - "naja, ja... mag schon sein und wenn Sie mir klar machen können, weshalb das wahrscheinlicher wäre, bin ich dafür ganz offen. Ich frag' mich aber, wie Sie mir erklären, dass das alles schon seit meiner Kindheit so ist und wie wahrscheinlich es sein kann, dass ich demnach mit Persönlichkeitsstörung geboren wurde?!"
Sowas war irgendwie Blödsinn...
Das, was du schreibst, klingt aber nicht so, als ob du dich total voreilig und unbegründet in irgendwas verrennst und dir nur einbildest. Und wenn dich die Frage nicht loslässt und du gern eine Antwort hättest, hat das womöglich einen Grund... dann ist's nicht blöd, danach zu suchen.
Wenn dich interessiert, ob die Diagnose stimmen könnte, wird sich das nur von einem Arzt/ Psychologen abklären lassen - aber es spricht ja wohl einiges dafür, dass du den Verdacht nicht grundlos hast.
"ADHS kann bei Erwachsenen dann diagnostiziert werden, wenn ein ausgeprägter psychischer Leidensdruck da ist, die DSM-Kriterien erfüllt sind, schon in der Kindheit ADHS-Symptome die eigene Entwicklung behinderten, die Grundsymptome der ADHS sich wie ein roter Faden durchs ganze Leben ziehen, die Grundsymptome der ADHS zu einer bedeutenden Behinderung der persönlichen, also psychischen, zwischenmenschlichen und beruflichen Entfaltung führen und die Kernsymptome der ADHS chronisches psychisches Leiden erzeugen, welche durch eine andere körperliche oder psychische Erkrankung nicht besser erklärt werden kann."
( http://www.adhs.ch/adhs/grundlagen/dumm.htm)
Könnte das bei dir so sein? - Dann lohnt sich bestimmt, dem nachzugehen...
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Thema: ADHS + Essstörung |
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Original von leonessa
Und ja, ich denke, ich werde in der Klinik das Thema AD(H)S mal vorsichtig anschneiden ... vielleicht trägt es ja Früchte. Ansonsten möchte ich die Zeit einfach so gut wie möglich nutzen - für mich. Ich erwarte nicht, dass ich danach mit mir selbst im Reinen bin, aber ich denke, es tut gut, mal ein Stück Verantwortung abzugeben und zum regelmäßigen Essen gezwungen zu sein. |
Klingt einfach mal gut so, würd' ich sagen!
Das Essen in den Griff zu bekommen oder überhaupt erstmal ein bisschen Struktur zu finden, macht ja ganz bestimmt Sinn. Genauso wie's wohl auch nie schadet, sich Ruhe zu suchen und zu nehmen für sich selbst und einfach mal Zeit zum Nachdenken zu haben.
So im Alltag und normalen Umfeld ist das doch immer noch was anderes...
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Original von leonessa
Auch wenn's blöd klingt. Ich benutze Essen und Nichtessen einfach noch viel zu oft als Stimmungsregulator und dieses Verhaltensmuster muss einfach mal gebrochen werden. (Wobei ich etwas Angst habe, dass mich das noch unausgeglichener und launischer macht ...) |
Klingt nicht blöd - kenn' ich auch... und ich würde fast annehmen: das machen Viele! Aber genau in dem Zusammenhang ist Klinik ja auch ein günstiger Rahmen... einerseits sind da weniger Alltagseinflüsse, mit denen du zurecht kommen musst und die sich zusätzlich noch auf deine Stimmung auswirken... und andererseits werden sie dort vielleicht auch irgendwie abgefangen, du kannst dich besser und unmittelbarer damit auseinandersetzen und eben nicht sofort wieder in ungünstige Verhaltensmuster fallen.
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Original von leonessa
Wenn ich das richtig verstanden habe, bist Du in Sachen Bulimie momentan zumindest symptomfrei, oder? |
Aus irgendeinem rätselhaften Grund: ja. Also, nicht nur in Abhängigkeit von irgendwelchen Tabletten, sondern auch vorher schon...
Ich hab's jahrelang nicht hinbekommen... wenn ich Essen doch mal halbwegs im Griff hatte, war vor allem Selbstverletzung ein ständig wiederkehrendes Thema... ich hatte mich einfach satt und es gab ständig wieder diese dämlichen Tage, an denen ich mich einfach nicht aushalten konnte, irgendeine Möglichkeit gebraucht hab', um abzuschalten und so'n Stück Ruhe zu finden...
Nach Klinik war ich mir zum ersten mal vollkommen sicher, dass die AD(H)S-Sache stimmt, was mich total aufgefangen hat und so'n bisschen das Gefühl vermittelt: "ich hab' jetzt meine Antwort! Ich muss nicht mehr suchen..." - zumindest auf der Vernunft-Ebene konnte ich mich plötzlich besser einordnen und verstehen und hab' mich nicht mehr so zerrissen gefühlt.
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Original von leonessa
Übrigens habe ich das Gefühl, schon allein der Austausch mit Dir an dieser Stelle hat mir ein wenig geholfen. Gestern hatte ich beim Heimkommen wieder ziemlichen "Druck" (der entsteht bei mir oft aus Nervosität und Angst vor der Zeit, die ich alleine mit mir zu Hause bin), aber ich war dem einfach nicht so ausgeliefert, weil ich es als irrational einordnen konnte - und somit gab's dann auch keinen FA.
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Schön!!!
Wünsch' dir alles Liebe (und wenn die Sache mit dem Austausch hilft, lässt sich das ja fortsetzen...)
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Thema: ADHS + Essstörung |
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Original von mingvase
ich glaub einfach, viele dieser dinge treffen sowieso auf irre viele leute zu.
wo ist die grenze zwischen krankheit und nichtkrankheit. |
...denk' auch, dass das ein nicht ganz unwesentliches Problem ist, diese Grenze zu ziehen. In gewisser Ausprägung kennt die Symptome jeder... und bis zu einer gewissen Ausprägung führen sie wahrscheinlich auch nicht zu Einschränkungen und Schwierigkeiten.
Aber einerseits ist das wohl bei sehr vielen Diagnosen so: wo verläuft die Grenze zwischen einem noch normalen Essverhalten und einer Essstörung? Wo verläuft die Grenze zwischen einer durchaus noch zur Norm passenden Ausprägung der Persönlichkeit und einer Persönlichkeitsstörung? Ab welchem Punkt sollte man an Depressionen denken und nicht nur ein noch recht normales Stimmungstief? ...
Ich glaub', dass das oft nicht richtig eindeutig ist. Aber entscheidend scheint mir letztlich: wie stark fühlt sich derjenige von bestimmten Symptomen beeinträchtigt und leidet darunter? Und inwiefern verbessert es die Lebensqualität, wenn man etwas dagegen tut?
Ich kann das nur aus meiner eigenen Sicht einschätzen: aber mir ist mein Leben lang vermittelt worden, dass ich irgendwie "falsch" bin und mich nicht so verhalte, wie andere das tun. Mir sind ständig wieder irgendwelche tollen Ratschläge und Hinweise gegeben worden, mit denen ich nur leider nicht das geringste anfangen konnte.
Ich stand staunend und verzweifelt vor der Welt und hab' so oft nicht das geringste verstanden, vor allem mich selbst nicht verstanden.
Dass AD(H)S eine Erklärung sein könnte, kam mir (obwohl ich mich in vielen Symptomen wiedergefunden habe) anfangs ziemlich unvorstellbar vor... selbst als mir die Diagnose dann bereits zum ersten mal bestätigt worden war, hatte ich immernoch Zweifel... gleichzeitig kamen aber auch immer mehr Erinnerungen und Situationen, für die AD(H)S einfach die perfekte Erklärung zu sein schien. Wenn ich irgendwas darüber gelesen habe, ergab sich immer wieder die Situation, dass ich dasaß und mich gefragt habe, wie es sein kann, dass da jemand so exakt beschreibt, wie ich bin und wie mein Leben verlaufen ist...
...danach hatte ich immer gesucht: nach einer Erklärung für alles.
Ich denke, wenn schon immer offensichtlich war, dass man "irgendwie anders" war, man darunter leidet und keine andere Erklärung passt, ist es nicht so falsch und daneben, an AD(H)S zu denken...
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Original von mingvase
und außerdem muss ich dann immer an den neon-artikel über die mode-droge ritalin denken *schüttel* |
kenn' den Artikel nicht... aber ich denk', es ist ganz normal, dass es zu jedem Thema verschiedene Sichtweisen gibt. Und ich finde, es ist auch nicht ganz unwichtig, eben im jeweiligen Fall zu gucken, ob und in welcher Form irgendeine Behandlung sinnvoll oder notwendig ist...
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Original von hunter
ritalin steht in verdacht, alzheimer auslösen zu können. *anmerk* |
hm... weiß jetzt nicht, wer das sagt und den Verdacht geäußert hat oder wie er entstanden ist... aber wüsste auch nicht, welche Konsequenz ich daraus ableiten sollte: ich verzichte auf ganz viel Lebensqualität, die ich durch die Medikamente bekomme, weil es evtl. sein könnte, dass sie zu Alzheimer führen?! - Nö, mach' ich nicht...
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Thema: ADHS + Essstörung |
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was ich gerade vergessen hab': die Appetitlosigkeit hab' ich bei mir gar nicht festgestellt... im Gegenteil: ich esse sogar mehr bzw. vor allem regelmäßiger, als sonst.
Nur die Tatsache, mich vor lauter "ich weiß nicht, wohin mit mir und muss irgendwas machen" im Zweifelsfall einfach mit Essen ruhig zu stellen, ist um einiges besser geworden... es... naja... es läuft alles etwas ausgeglichener.
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