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| Ausbildung, soziale Ängste, Bulimie... und neu hier |
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Hallo,
Wie in der Überschrift schon steht, bin ich neu hier - naja, eigentlich nicht "neu", denn ich lese schon recht lange Zeit mit und habe auch schon 2, 3 Beiträge geschrieben.
Bisher habe ich mich aber noch nicht so wirklich beteiligt... Warum? Vielleicht weil ich Angst vor den Reaktionen hatte, weil ich dachte, ich brauche das hier nicht.
Und warum ich jetzt schreibe: Weil ich glaube, dass ich im Moment wieder ziemlich Scheiße baue.
Ich habe, nachdem ich mein Studium im Sommer geschmissen habe, im Februar endlich eine Ausbildung begonnen. Am Anfang war ich total euphorisch, war der festen Überzeugung, das durchzuziehen, stark zu sein...
Zu Weihnachten hatte ich, auch im Hinblick auf die Ausbildung, aufgehört zu kotzen, und es ging mir in den darauffolgenden Wochen recht gut damit. Ich habe zwar nicht wirklich "regelmäßig" gegessen, aber immer mehr nach Hunger-satt-Gefühlen und ausreichend.
Mann, wie sehr ich schon wieder aufs Essen fokussiere...
Jedenfalls stecke ich seit 2 Wochen wieder voll in der Bulimie drin (als ob ich vom Kopf her jemals raus gewesen wäre).
Der Witz ist, dass ich eigentlich genau weiß, woher das kommt und was ich dagegen tun könnte.
Ich habe die Essstörung schon so lange (seit ich 14 bin, seit 6 Jahren) und kenne sie inzwischen ziemlich genau. Weiß warum, wieso, weshalb und wozu...
Aber das Analysieren, das Verstehen hilft mir nicht dabei, mit meinen Gefühlen klarzukommen.
Neben der Essstörung bzw. mit ihr verstrickt habe ich verschiedene Ängste, Depressionen oder was auch immer.
Ich kann schwer alleine bleiben. (Als ich studiert habe, habe ich in einer anderen Stadt gewohnt, bin also von zu Hause ausgezogen. Am Anfang dachte ich, das sei eine Chance - ich wollte unbedingt weg von meiner Familie, weil ich mit meiner Schwester ziemliche Probleme habe, Projektionen, Aggressionen etc. Am Ende habe ich jeden Morgen und jeden Abend mit meiner Mutter telefoniert, weil ich vom Alleinsein ständig Panikattacken bekommen habe.)
Auf der anderen Seite habe ich aber auch soziale Ängste, tue mich schwer im Umgang mit Menschen.
Das Studium ist nicht zuletzt daran gescheitert, dass ich Angst vor den Seminaren hatte bzw. vor den vielen Menschen in den Uni-Fluren, vor den Professoren, davor, im Seminar aufgerufen zu werden. Irgendwann habe ich angefangen, die Seminare zu schwänzen, dadurch ist die Angst noch größer geworden, ich habe noch mehr Stoff verpasst, habe Angst vor der Zukunft bekommen, davor, die Prüfungen nicht zu schaffen, und bin vor all diesen Ängste in die Bulimie geflüchtet - was letztlich ein Teufelskreis war.
Jedenfalls habe ich nach einem halben Jahr zu Hause rumhängen, in dem die Bulimie immer präsent war, endlich eine Ausbildung begonnen.
Auf der einen Seite habe ich mich drauf gefreut.
Mir ist klar, dass ich eine Ausbildung machen muss, weil schließlich jeder Mensch arbeiten muss.
Weil ich nicht nur zu Hause rumhängen will - und auch gar nicht kann, weil ich meinen Eltern nicht wehtun möchte, indem ich ihnen Sorgen mache.
Ich möchte stark sein, lebendig, mein Leben leben.
Und auf der anderen Seite möchte ich mich immer mehr nur verkriechen, in eine Höhle, in ein Mauseloch. In die Bulimie.
Ich glaube, das einzige, was ich will, ist eine Legitimation zum Nichtstun. Jemand, der mir sagt: Okay, Du bist krank, du bekommst die offizielle Erlaubnis, zu Hause rumzuhängen und nichts zu tun, deine Tage mit Fressen und Kotzen zu verbringen.
Bloß, dass mich das - welch Wunder - auch nicht glücklich macht.
Ich habe eine Ausbildung im Einzelhandel begonnen.
Und ja, vielleicht war das eine ziemlich doofe Entscheidung, wenn man soziale Ängste hat(te).
Dabei hat es ganz gut angefangen...
Aber wie beim Studium kommen jetzt, nach den ersten, euphorischen, tatkräftigen Wochen, die Probleme, die Schwierigkeiten zurück.
Ich wurde schon oft drauf angesprochen, dass ich zu wenig auf Kunden zugehe. Dass man mir die Angst vor Kunden ansieht und warum ich überhaupt im Einzelhandel arbeite. Dass ich meinen Klamottenstil ändern muss (figurbetonter, schicker - und ich stehe im H und M oder im New Yorker und heule...). Wurde sogar schon gefragt, ob ich die Ausbildung denn jetzt durchziehen will.
Manchmal habe ich das Gefühl, alle im Betrieb würden sich wünschen, ich würde abbrechen.
Aber das ist vielleicht nur Paranoia und Angst meinerseits.
Wenn meine Eltern nicht wären, würde ich wahrscheinlich abbrechen.
Meine Ängste, meine Essstörungen würden das gerne...
Würden gerne wieder einfach fliehen, flüchten, klein beigeben.
Vom Kopf her ist mir klar, dass damit nichts gewonnen ist. Dass ich mich zusammen reißen muss und die Ausbildung durchziehen. Dass ich mir diese Tür nicht auch noch verschließen darf, denn nach der zweiten abgebrochenen Ausbildung ist der Zug einfach abgefahren.
Und warum ich das hier jetzt alles schreibe?
Ach, keine Ahnung.
Vielleicht verpasst mir jemand einen Arschtritt, den brauche ich wahrscheinlich.
Weil ich immer noch nach Ausflüchten suche, um nicht leben zu müssen, nicht arbeiten zu müssen, nicht erwachsen werden zu müssen, anstatt mich verdammt noch mal endlich zusammen zu reißen und aufzuhören zu jammern.
Danke schon mal an jeden, der dieses Wirrwarr bis hierher durchgelesen hat.
Lg
Schnee
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11.03.2010 11:35 |
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Original von -geistel-
Therapie?
Das ist ja wohl ein Kreislauf: ES-->Depressionen-->soziale Ängste.
Irgendwo da musst Du halt ansetzen, am besten eben mit Hilfe einer Therapie.
Weglaufen (in dem Fall Abbruch) mag ne kurzfristige Lösung sein, aber was kommt danach? |
Hallo Schnee,
all dem, was geistel Dir geschrieben hat ist nix mehr hinzuzufügen und ich
kann es hiermit nur unterstützen und Dir raten: Mach eine Therapie!
Du wirst sonst Dein Leben lang auf der Flucht sein!
lg
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11.03.2010 11:55 |
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Ja, Therapie wär wahrscheinlich das Vernünftigste...
Ich hab schon vier Jahre Therapie hinter mir, noch bei einer Kinder- und Jugendpsychologin. (Und ja, ich weiß - vier Jahre Therapie für nichts und wieder nichts lässt schon irgendwie Zweifel aufkommen an der Motivation. Damals steckte ich noch knietief in der Magersucht und konnte und wollte die Hintergründe weder sehen noch bearbeiten. Die Therapie hat mir damals vor allem dahingehend geholfen, dass ich eben jemanden zum Reden hatte, ich habe viel gemalt, auch Umgang mit meinen Gefühlen gelernt, mich einigermaßen stabilisiert.)
Von den Zusammenhängen, vom Verstand her ist mir das meiste im Lauf der letzten Jahre klargeworden.
Ich habe vor 3 Jahren von mir aus angefangen, mich mit Essstörungen (allgemein und mit meiner eigenen) auseinanderzusetzen. Habe wahnsinnig viel gelernt, über mich selbst, über Ursachen etc.
Manchmal frage ich mich, was mir ein Therapeut erzählen könnte, was ich nicht selbst schon weiß...
Denn die Umsetzung liegt letztendlich ganz allein bei mir.
| Zitat: |
| Weglaufen (in dem Fall Abbruch) mag ne kurzfristige Lösung sein, aber was kommt danach? |
Eben.
Danach kommt... die Bulimie? Eine Therapie? Noch eine Ausbildung, noch ein Versuch?
Abbrechen ist keine Lösung. Schon alleine wegen meinen Eltern, wie gesagt... Meinem Vater geht es im Moment nicht gut, und wenn ich jetzt da noch mit meinen Problemen dazwischenfunke...
Ich würde mich gerne verkriechen. Und weil ich mich nicht traue, das offen zuzugeben, versuche ich das über die Hintertür zu erreichen: So krank zu werden, dass alle einverstanden und keiner sauer ist, wenn ich die Ausbildung ab-/unterbreche.
Ich glaub, ich sollte mich echt mal nach einem Therapeuten umgucken.
und jetzt nervt mich mein eigenes Gelaber.
Ich dreh mich immer im Kreis, immer um mich selbst, und es kommt nie was gescheites dabei raus.
Und danke übrigens für Deine Antwort.
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11.03.2010 11:56 |
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| Zitat: |
Original von Schnee
Und ja, ich weiß - vier Jahre Therapie für nichts und wieder nichts lässt schon irgendwie Zweifel aufkommen an der Motivation. |
naja, machen brauchen mehr Anläufe.
Gibt hier sogar einige, die praktisch in Kliniken wohnen (

sorry, OT)
| Zitat: |
Manchmal frage ich mich, was mir ein Therapeut erzählen könnte, was ich nicht selbst schon weiß...
Denn die Umsetzung liegt letztendlich ganz allein bei mir. |
Unterstützung einfach, evtl eingefahrene Gedanken lösen durch neue Denkansätze.
| Zitat: |
Meinem Vater geht es im Moment nicht gut, und wenn ich jetzt da noch mit meinen Problemen dazwischenfunke...
Ich würde mich gerne verkriechen. Und weil ich mich nicht traue, das offen zuzugeben, versuche ich das über die Hintertür zu erreichen: So krank zu werden, dass alle einverstanden und keiner sauer ist, wenn ich die Ausbildung ab-/unterbreche. |
Stopp, halt.
Auch Deine Probleme haben ihre Berechtigung.
Mangelnder Selbstwert?
Sich nicht trauen, Probleme offen anzusprechen, stattdessen diese dann in einer ES auszuleben?
Möglicherweise unbewusst?
Schön erkannt, aber nu?
| Zitat: |
| und jetzt nervt mich mein eigenes Gelaber. |
ich finds sehr schön reflektiert und durchdacht.
Umsetzung klappt halt nicht, aber eben: Therapie als Unterstützung.
Und diese sozialen Ängste kenne ich auch.
Ich habe meine Bereiche, in denen ich mich sicher fühle.
Vor unbekannten Orten, Situationen, Menschen fühl ich mich auch ganz übel.
Ich habe aber für mich festgestellt, daß diese Ängste nur in meinem Kopf sind und je mehr ich grüble und diesen Ängsten Raum lasse, desto schlimmer wird es.
Im Endeffekt hilft bei mir Augen zu und durch.
__________________ When there's no more room in hell, the dead will walk the earth
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11.03.2010 12:06 |
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Danke für eure Antworten.
Einiges davon hat ziemlich lange in mir gegärt...
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Durch Verhaltenstherapie kannst Du selbst erkennen, wie Dein Verhalten in schwierigen Situationen dazu beitragen kann, Dich und Deine Umwelt zu beeinträchtigen. Ich selbst habe schon viele Therapieerfahrungen gemacht und aus jeder irgendwas "mitgenommen" und umgesetzt....
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Hmhm...
Theoretisch weiß ich (haha, schon wieder), dass das die einzige, sinnvolle, richtige Lösung ist.
Auf der anderen Seite bin ich so verdammt ungeduldig. Ich will nicht jahrelang kämpfen, mich hassen, mich überwinden, mich trauen... Ich will nicht jahrelang zweifeln, mich von Woche zu Woche oder von Tag zu Tag hangeln und dran arbeiten, dass es irgendwann mal besser wird. Ich will vor allem nicht selbst entscheiden... Vielleicht will ich auch einfach (noch) nicht raus aus der Bulimie.
Was ich will: Dass jemand oder etwas mir die Entscheidung, die Wahlmöglichkeiten, das Leben abnimmt. Sei es eine Krankheit, meine Eltern, die nicht bestandene Probezeit oder whatever. Ich mag nicht entscheiden, keine Verantwortung haben.
Manchmal kommt es mir vor, als wären da zwei Personen in mir, die permanent in Streit miteinander liegen und die unvereinbar sind.
Die eine, die im letzten Jahr auch immer stärker geworden ist, will leben. Will die Ausbildung durchziehen, will stark sein. Diese Frau hat Lust auf Leben, Lachen, Freunde treffen, Tanzen, sich verlieben und so fort. Ein paar Wochen lang habe ich geglaubt, dass ich diese Frau sein kann.
Die andere Seite in mir will das Gegenteil. Will schwach sein, hilfsbedürftig, krank. Will nicht wissen, dass es so etwas wie Leben, wie Hoffnung überhaupt gibt. Will sich verkriechen in die Bulimie, sich der Außenwelt nicht stellen, sich dem Leben nicht stellen. Nur fressen, kotzen. Sich fallenlassen in die Krankheit.
Im Moment bin ich beides ein bisschen und keines davon.
Und genau das fällt mir so schwer: Dass da beide Seiten in mir sind. Ich kriege diese zwei Seiten nicht unter einen Hut, kriege sie nicht vereint.
Ich kann mir mich selbst nur als entweder die eine oder die andere vorstellen, habe nur diese zwei Bilder (Ideale?) von mir im Kopf.
Wer könnte ich sonst sein? Wie könnte ich sonst sein?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß im Moment eh nicht mehr, wer ich eigentlich bin.
Habe wieder große Probleme mit meiner Identität, damit, mich überhaupt als "Ich" zu begreifen.
Habe das Gefühl, ich verliere mich. Ich löse mich auf. Zerfalle in Teile. Existiere ich noch?
Als würde mir meine Persönlichkeit verloren gehen, als würde sie verwässern, als würde ich von einem schwarzen Loch nach und nach verschluckt.
Vielleicht ein sehr ausgetretenes, kitschiges Bild, aber mir fällt kein besseres ein: Als würde mir mein Ich, meine Identität wie Sand durch die Finger rinnen. Ich versuche, mich festzuhalten, aber sie zerrinnt zwischen den Fingern.
Ich habe Angst, mich ganz und gar aufzulösen, wenn ich aufhöre zu kotzen. Ich habe jetzt schon manchmal das Gefühl, mich am Rand zum Wahnsinn zu bewegen. Habe Angst, das Selbst-Bewusstsein zu verlieren. Nicht mehr zu wissen, wer ich bin.
Das einzige, was mich noch zusammenhält, ist die Bulimie (bzw. die ES allgemein).
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| Unterstützung einfach, evtl eingefahrene Gedanken lösen durch neue Denkansätze. |
Ja, das ist das, was ich brauche. Denkansätze, Alternativen, Lösungswege, die ich nicht finde, raus aus diesen Teufelskreisen.
Ich sollte es einfach probieren. Verlieren kann ich ja eigentlich nichts, wenn ich noch mal Therapie mache.
Aber irgendwie zweifele ich daran, ob ich mich überhaupt öffnen will. Ob ich mich nicht sicherer fühle mit Esstörung.
Ob ich nicht einfach nur eine Ausrede brauche, um nicht zu leben, nicht zu arbeiten. Damit ich feige sein kann, faul sein kann.
| Zitat: |
| Ich habe aber für mich festgestellt, daß diese Ängste nur in meinem Kopf sind und je mehr ich grüble und diesen Ängsten Raum lasse, desto schlimmer wird es. |
Genau so ist es bei mir auch. Je mehr ich über die Ängste nachdenke, umso schlimmer werden sie. Je mehr ich mir denke: Oje, die Ängste kommen wieder, was mache ich jetzt, umso mehr steigere ich mich in sie hinein.
Manchmal vielleicht auch mit Absicht? Als Rückzugsort, um nicht auf Dauer, immerzu stark sein zu müssen?
Na toll, was bringt mir diese Einsicht jetzt?
Irgendwie analysiere ich wahnsinnig gerne.
Zerpflücke Gedanken, grübele nach.
Ist eine prima Ausrede, um nicht zu handeln.
Denn das einzige, was hilft, ist:
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| Augen zu und durch. |
Und wenn ich nicht will, weil ich mich lieber hinter meinen Ängsten, meiner Krankheit, meiner ach so offensichtlichen Schwäche verstecke, dann hat auch der beste Therapeut keine Chance.
Ich bin ja krank. Ich kann seine Vorschläge gar nicht umsetzen. Ich fürchte mich zu sehr.
Verstecke mich hinter der Angst.
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Auch Deine Probleme haben ihre Berechtigung.
Mangelnder Selbstwert?
Sich nicht trauen, Probleme offen anzusprechen, stattdessen diese dann in einer ES auszuleben?
Möglicherweise unbewusst? |
Das ist so ein Zitat, das mich echt beschäftigt hat.
Klar stimmt das mit dem mangelnden Selbstwert. Und dass ich nicht offen über Probleme, Ängste, Gefühle rede. Macht niemand in meiner Familie, da passiert alles "hintenrum", unterschwellig, durch die Blume.
Die ES als Kommunikationsversuch mit meiner Familie?
Als Aufforderung: Rettet mich? Seht mal, wie krank ich bin, ich kann nicht erwachsen werden, nicht ausziehen, nicht arbeiten?
Teilweise zumindest, vielleicht.
Dass meine Probleme ihre Berechtigung haben...
Aus meiner Sicht ist das anders.
Aus meiner Sicht habe ich jahrelang meine Eltern hintergangen, manipuliert, ausgenutzt. Habe sie unter Druck gesetzt, immer meinen Kopf durchgesetzt, mit der Ausrede, dass ich ja krank bin.
Die ES ist eine prima Entschuldigung, um alles mögliche und unmögliche durchzusetzen.
Ich habe meine Eltern so lange unter Druck gesetzt, bis sie mich freiwillig in die Klinik eingewiesen haben, weil ich es zu Hause nicht mehr ausgehalten habe. Danach habe ich so lange am Telefon geheult, bis sie mich nach 4 Wochen wieder nach Hause holten, weil mir die Klinik nicht gepasst hat.
Ich habe jahrelang vorsätzlich meinen Vater provoziert, ihn beschimpft, mit ihm gestritten. Habe gehungert, besonders in den Familienurlauben, was eine tolle Atmosphäre gegeben hat. Ich fresse meiner Familie die Vorräte weg. Ich kotze so laut, dass alle mich hören. Ich habe, als ich nicht daheim gewohnt habe, durchgesetzt, jeden Tag zweimal mit meiner Mutter zu telefonieren, weil ich solche Angst hatte allein. Ich habe manchmal, nein oft, nachts um halb 3 daheim angerufen, weil ich Panikattacken hatte. Hab meine Eltern geweckt.
Meine Eltern sind immer für mich da. Und ich "bedanke" mich, indem ich ihre Ratschläge missachte, sie ausnütze (nicht immer absichtlich, aber trotzdem), sie manipuliere.
^^ Und wozu die Selbstanklage?
Um zu zeigen, wie schlecht ich doch bin?
Ich habe das Gefühl, ich bin meinen Eltern schuldig, es endlich zu schaffen. Sie glücklich zu machen, indem ich ihnen zeige, dass ich mein Leben auf die Reihe kriege.
Aber ich schaffe das nicht: durchhalten für sie. Gesundwerden für sie.
whatever.
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13.03.2010 16:51 |
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aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass man viel hingezogener zur sucht ist, wenn man etwas tut, das einem nicht wirklich liegt.
nur weil du nicht enttäuschen willst, solltest du nicht bei der ausbildung bleiben. anscheinend ist es nicht das, was dich ausfüllt. - und somit stopfst du dich anderweitig voll.
ich glaub, in dir steckt potential, aber gleichzeitig große versagensangst.
mach mal ne klare ansage, anstatt durch die blume zu reden. denn wenn blume = bulimie, bringt das niemandem was, am wenigsten dir.
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13.03.2010 22:10 |
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