Verschiebung von Konflikten auf das EssenEssstörungen können durch Konflikte auf allen ... Ebenen [Werte, Ideale, Sympathie, Identität, Loyalität] gefördert werden. Besteht z. B. eine Unsicherheit bezüglich der eigenen Grenzen und der Kontrolle darüber, so kann Essen bzw. Fasten ein Mittel werden, diese zu sichern. Dabei muss es nicht unbedingt so sein, dass Grenzüberschreitungen oder Einschränkungen der Autonomie über das Essen stattfanden. Hier spielt der Abwehrmechanismus der Verschiebung eine zentrale Rolle. Oft werden solche Konflikte auf das Essen verschoben, weil sie hier leichter zum Ausdruck gebracht werden können als in dem zu Grunde liegenden Konfliktbereich. Oft werden sie dort gar nicht bemerkt, sondern zeigen sich zunächst im Essen.
Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 3-4). Göttingen: Hogrefe.
Erstellt von Lysann Rall, 12/2005
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