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Magersucht als Lösungsversuch interpersoneller KonflikteDie Magersucht ist aus familiendynamischer Sicht ein Versuch, mit den unlösbar erscheinenden familiären und inneren Konflikten fertig zu werden. Sie ist eine indirekte Botschaft für das, was anders nicht zum Ausdruck gebracht werden kann (Selvini Palazzoli, 1978; Cierpka & Reich, 2001). Die Patientin   | grenzt sich von der Familie ab, ohne sich trennen zu müssen.
|  | begehrt gegen die Eltern auf, ohne rebellisch zu wirken. Sie ist ja krank.
|  | rächt sich an der Familie ohne rachsüchtig zu wirken. Sie darf ja nicht offen aggressiv gegenüber den Familienmitgliedern sein.
|  | erklärt in der Regel ausdrücklich, dass ihre Eltern nicht an ihrem Zustand schuld sind, lässt dies aber vage vermuten; d. h. sie klagt an, ohne anzuklagen.
|  | rivalisiert verdeckt mit der Mutter (und anderen Frauen) um Selbstkontrolle, Schlankheit und Attraktivität.
|  | stürzt die Familie in eine Krise, in der eigentlich Veränderung gefordert ist, gleichzeitig bleibt die alte Balance gewahrt; es darf sich nichts verändern.
|  | verkleistert eventuelle Risse in der Beziehung ihrer Eltern, in dem sich diese in Sorge um sie vereinigen.
|  | kann mit dem Hinweis, Opfer einer geheimnisvollen Krankheit zu sein, nun auch Opfer von den anderen verlangen, ohne dass sie Schuldgefühle haben muss, denn sie leidet ja. |
 Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 31-32). Göttingen: Hogrefe.  
Erstellt von Lysann Rall, 12/2005
  
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