BMI und fettfreie KörpermasseDer Body Mass Index hat sich allgemein durchgesetzt und gilt als Standardmaß zur Beurteilung des Körpergewichts (veraltet, bzw. wissenschaftlich nicht haltbar: Broca-Idealgewicht, "Wohlfühlge-wicht").
Dem BMI liegt die Annahme zu Grunde, dass Gewichtsvariationen bei gleicher Größe auf unterschiedliche Anteile Körperfett zurückgeführt werden können. So haben Personen mit einem hohen Fettanteil auch ein hohes Körpergewicht, jedoch ergibt sich nicht zwingend, dass von einm hohen Gewicht auf einen hohen Fettanteil geschlossen werden kann (z. B. die Muskelmasse von Leistungssportlern). Der BMI bildet altersabhängige, geschlechtsabhängige oder trainigsabhängige Bestimmungsgrößen nicht ab.
Um die im Übergewichts-Bereich notwendige Zurordnung von Gewichtsanteilen treffen zu können, empfiehlt sich die bioelektrische Impedanz-Analyse (BIA). Über den gemessenen elektrischen Widerstand wird auf den Wassergehalt geschlossen, der die Zuordnung von Gewichtsanteilen zur fettfreien Körpermasse ("Lean Body Mass") und zur Fettmasse des Körpers erlaubt.
Generell sind die Definitionen verschiedener Gewichtsklassen mit Vorsicht zu betrachten, wenn der BMI-Wert dort unabhängig von Alter und Geschlecht genutzt wird. Da der BMI in der Adoleszenz (Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter) und über weite Strecken des Erwachsenenalters ansteigt, kann ein spezifischer BMI-Wert im Prinzip nur unter Berücksichtigung der altersentsprechenden Verteilung (prozentualen Häufigkeiten [siehe: BMI-Perzentile NVS 1985 und Körpermaße Erwachsener 2003]) adäquat beurteilt werden. Der sich ergebende BMI-Wert ist ein Richtwert, der aber allein nicht zur diagnostischen Beurteilung genutzt werden kann.
Erstellt von Lysann Rall, 11/2004
BMI-Perzentilwerte 10 - 25Jähriger (NVS 1985) Körpermaße Erwachsener, Mikrozensus 2003
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