Hautveränderungen bei EssstörungenEssstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) haben oftmals auch Auswirkungen auf die Haut. Das liegt vor allem daran, dass die Haut – wie alle anderen Organe auch – auf regelmäßige und ausgeglichene Zufuhr von Nährstoffen angewiesen ist. Zusätzlich beeinträchtigt eine Mangel- oder Fehlernährung den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt. Dann arbeitet zum Beispiel die Schilddrüse nicht richtig oder bei vielen Mädchen bleibt die Regel aus.
Haut erneuert sich stetig Unsere Haut (und dazu zählen im medizinischen Sinne auch Haare und Nägel als so genannte Hautanhangsgebilde) erneuert sich stetig. Wenn jedoch bestimmte Nährstoffe (z.B. Vitamin H, Folsäure, Vitamin B12, Zink, Eisen) fehlen, kann sich die Haut nicht normal neu bilden. Häufig ist die Haut von Patientinnen und Patienten mit Essstörungen sehr trocken, da sie zu wenig trinken. Die Haut braucht jedoch sehr viel Wasser, um geschmeidig zu bleiben.
Brüchige Nägel und trockene Lippen Bei zirka der Hälfte der Betroffenen tritt Haarausfall auf, die Haare werden insgesamt dünner, stumpf und brüchig (diffuses Effluvium). Ebenfalls sehr häufig sind brüchige Nägel und trockene Lippen bis hin zu Entzündungen (Ekzem) der Haut um den Mund herum. Im Gegensatz zum Haarausfall am Kopf zeigen sich vor allem bei Anorektikern häufig eine vermehrte Behaarung am Körper (Hypertrichose), Pigmentverschiebungen der Haut ( d. h. dunkle Flecken vor allem im Gesicht ) und eine verzögerte Wundheilung.
Hornhaut und Risse an den Händen Dagegen findet man ausschließlich bei Bulimikern ganz bestimmte Veränderungen an der Haut der Hände. Durch den Kontakt der Schneidezähne mit der Haut beim Erbrechen entstehen kleine Wunden, Hautreizungen und nach einiger Zeit sogar eine Art Hornhaut über den Gelenken der Mittelhand und der Finger. Diese Hautveränderung wird unter Medizinern Russell- Zeichen genannt.
Spiegel der Seele Insgesamt gehen Experten davon aus, dass die verschiedenen Symptome an der Haut bei Essstörungen ab einem BMI (Body Mass Index, kg/m2) von 16 deutlich häufiger auftreten. Wenn sich das Gewicht normalisiert, gehen auch die Symptome an der Haut zurück. Die Haut als Spiegel der Seele zeigt sich also auch bei Essstörungen, die von der Umwelt ja häufig erst spät bemerkt werden. Deswegen sollte man beim Verdacht auf ein gestörtes Essverhalten auch immer auf die Haut achten.
Text: Frau Inga Kreiselmaier Patientenberatung für Erkrankungen der Haut (PBEH) Seewartenstraße 10 20459 Hamburg Tel: 040/22339914 (Mo - Mi) Fax: 040/22339925 E-Mail: info@hauterkrankungen.org
Erstellt von Diana Schaller, 02/2003
|
|
||||||