| Home » Service » Adressen » Hilfe bei Essstörungen und Adipositas » Erläuterung einzelner Therapieformen
Kurze Erläuterungen zu einzelnen TherapieformenTiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie EntspannungstherapieDie Entspannungstherapie ist eine Psychotherapie, die auf die Lösung körperlicher und psychischer Verspannungen zielt. Die Entspannungstherapie kann als selbständige Therapie angewandt werden, doch meist wird sie mit anderen Psychotherapieformen verbunden. Methoden der Entspannungstherapie sind: Autogenes Training, Progressive-Muskel-Relaxation, Atemübungen, Bio-Feedback, Yoga, Aktive Desensibilisierung. FamilientherapieDie Familientherapie ist eine Form der Psychotherapie, bei der nicht nur der Erkrankte behandelt wird, sondern die ganze Familie als soziales Ganzes in die Therapie mit einbezogen wird. Es werden 3 Formen der Familientherapie unterschieden.
1. Die Beratung der Familie in praktischen Alltagsfragen
2. die Familienpsychotherapie
3. die Systemtherapie.
Die Systemische Therapie ist eine Form der Psychotherapie, die davon ausgeht, dass jedes Individuum nach Regeln bestimmter sozialer System (wie z.B. Familien, Arbeitswelt, Schule etc.) lebt. In der Systemischen Therapie wird versucht, die Regeln der sozialen Systeme, in denen das einzelne Individuum sich bewegt, zu verstehen und auf diese sozialen Systeme einzuwirken.
Das psychopathologische Symptom oder Syndrom wird aufgefasst als der Versuch, gleichzeitig den Regeln von zwei oder mehreren Systemen zu folgen. Dadurch vermeidet das Individuum Konflikte und fördert zugleich den Zusammenhalt der Systeme. Dieser Vorgang wird so von keinem Angehörigen der Systeme durchschaut.
GestalttherapieDie Gestalttherapie ist eine Form der Psychotherapie. Sie ist abgeleitet aus der Gestaltpsychologie und der Psychoanalytischen Theorie (von Freud, Reich und Orank) verpflichtet. Nach einer allgemeinen Theorie kann der Neurotiker Figur und Hintergrund nicht richtig unterscheiden. Er reagiert nicht spontan, sondern stereotyp in immer gleicher Weise. Er kann sein Selbst nicht wahrnehmen. Die Therapie führt die Person immer wieder auf ein "Hier und Jetzt" zurück. Sie will die Persönlichkeit in ihrer wahren Gestalt wieder herstellen und zur vollen Wahrnehmung ihrer Selbst bringen. Unnützes Reflektieren unterbleibt, auch Interpretationen – z.B. von Träumen - werden nicht gegeben. GestaltungstherapieDie Gestaltungstherapie ist ein besondere Form der Beschäftigungstherapie unter Betonung des Schöpferischen in den ausgeübten Tätigkeiten. Bei dieser Form der Therapie wird in individueller Weise auf fehlerhafte Erlebnisverarbeitung und daraus entstandene Konflikte hingewiesen. In der Gestaltungstherapie findet Musik, Tanz, Gymnastik, Pantomime, Malen, Zeichnen, Kneten, Schnitzen und Werken Verwendung.
GesprächspsychotherapieIm engeren Sinne ist Gesprächspsychotherapie eine eigenständige Therapieform, begründet von Carl R. Rogers (1902-1987). Im Mittelpunkt steht der Klient und sein Selbstkonzept (die Vorstellungen des Menschen, wie er ist und wie er sein möchte). Die Therapie hat zum Ziel, die Wahrnehmung und das Erleben des Klienten so zu verändern, dass der Klient Konflikte zwischen Selbstkonzept und tatsächlichen Erlebnissen und Handlungsweisen, erkennen und daraus anderes Handeln entwickeln kann. Dabei steht die aktuelle Problematik und weniger die Vergangenheit im Vordergrund. Im weiteren Sinne ist Gesprächspsychotherapie eine Bezeichnung für jede geplante und systematische Form der psychotherapeutischen Beeinflussung mit Hilfe der gesprochenen Sprache. GruppendynamikDie Gruppendynamik basiert auf gefühlsmäßigen Beziehungen zwischen Individuen in einer Gruppe.
Durch gesetzhafte Vorgänge bildet sich in der anfangs untergliederten Gruppe eine Gruppenstruktur. Bei Gruppen, deren Mitglieder sich von Angesicht zu Angesicht kennen
(5-25 Mitglieder), werden Rollen mit festen Funktionen für jedes einzelne Glied verteilt. Mittels der Soziometrie eröffnete Moreno 1934 Möglichkeiten zur Erfassung der Dynamik von Gruppenstrukturen. Erste therapeutische Anwendungen begann er mit dem Psycho- und Soziodrama. Auf P. Schilders (1938) Anregung geht dann die Anwendung in Form von Gruppenpsychotherapie zurück (Therapeutische Kleingruppen von 5-15 Mitgliedern). GruppenpsychotherapieDie Gruppenpsychotherapie ist eine Psychotherapie in Gruppen, in der die aus der Gruppendynamik bekannten Phänomene ausgenutzt werden. Diesen Gruppen gehören Personen beiderlei Geschlechts. Die Gruppentherapie findet in der Gegenwart eines oder mehrerer Psychotherapeuten statt.
Der Begründer der Gruppenpsychotherapie ist Moreno (1932): "Ein Mensch ist das therapeutische Agens für die andere Gruppe". Das heißt, die Hilfe wird in der Gruppenpsychotherapie gegenseitig geleistet. Man unterscheidet zwischen geschlossenen Gruppen mit festen Mitgliedern und offenen Gruppen mit wechselnden Mitgliedern. Unterformen der Gruppenpsychotherapie sind die Bifokale Gruppentherapie und die Direktiv-Suggestive Gruppenpsychotherapie. Die Direktiv-Suggestive Gruppenpsychotherapie ist eine Form der Gruppenpsychotherapie, in der der Therapeut die Mitglieder lenkt, um sie so besser an die soziale Umgebung anzupassen. Hierzu gehören vor allem Gruppenaktivitäten wie Unterricht, Beratung, Anleitung, gemeinsame Besuche von Kulturveranstaltungen, Theater, Kino.
Eine weitere Form ist die Psychoanalytische Gruppentherapie. Dies ist eine Form der Gruppenpsychotherapie, die sich Methoden der Psychoanalyse bedient. Im Gegensatz zu anderen Gruppentherapieformen wird hier nicht nur die Dynamik der Gruppengefühle genutzt, sondern es werden Erlebnisse - wie bei der Individuellen Psychoanalytischen Therapie - mit Hilfe von Träumen, Übertragungen und Widerständen erklärt und verstehbar gemacht.
Eine therapeutische Gruppe widmet sich dem Ziel der Heilung des einzelnen Mitgliedes dieser Gruppe und findet so ihren Zweck in sich selbst. HypnotherapieDie Hypnotherapie beinhaltet zum Einen die Behandlung durch medikamentösen Schlaf (Schlafkur) und zum Anderen die Behandlung durch Hypnose.
Die Hypnose: Die Hypnose ist ein durch Suggestion herbeigeführter schlafähnlicher Zustand. Dabei ist das Bewusstsein eingeengt. Es besteht ein besonderer Kontakt zum Hypnotiseur, dessen Anweisungen auch nach Auflösung der Hypnose befolgt werden (Posthypnotischer Auftrag), soweit sie nicht grob gegen Persönlichkeitsprinzipien verstoßen. Die Fähigkeit, einen eigenen Willen zu bilden, ist stark herabgesetzt. Der Hypnotisierte ist Suggestionen besonders zugänglich. Hypnose wird in folgenden Anwendungsgebiete therapeutisch eingesetzt:
1. Die in der Hypnose gegebenen Suggestionen richten sich direkt gegen ein Symptom (z. B. Kopfschmerz).
2. In der Hypnose können vergessene und verdrängte Erlebnisse bewusst gemacht werden (Hypnokatharsis).
3. Hypnotisch herbeigeführter Schlaf wird als Heilschlaf genutzt. Kathathymes Bild-ErlebenAus der vom Therapeuten angeregten Vorstellung eines ausgewählten Motives (z. Bsp. Fluss, Wiese, Wald) entwickeln sich Bilder der persönlichen, imaginativen Welt. In dieser Bilder-Welt tauchen - symbolhaft - unbewusste und/oder aktuelle Konfliktthemen auf, die vom Therapeuten gezielt hinterfragt werden und dadurch in das Bewusstsein "entschlüsselt" werden. Diese bewusstgewordenen und entschlüsselten Symbole werden für die Konfliktbearbeitung genutzt. KörpertherapieDie Körpertherapie ist eine Sammelbezeichnung für Psychotherapieformen, in denen der Körper im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit steht und darüber seelische Zustände beeinflusst werden sollen.
Dazu gehören Atemtherapie, Bewegungstherapien und Massageverfahren aller Art, Entspannungstherapien, Bio-Feedback, Bioenergetische Analyse und anderes mehr. Kognitive PsychotherapieDies sind auf das Denken bezogene Psychotherapieformen, welche den Patienten dazu veranlassen, sich mit seiner Situation gedanklich auseinanderzusetzen, infolge anders zu beurteilen und schließlich zu verändern. Zu diesen Kognitiven Therapieformen gehören die Rational-Emotive Therapie und die Kognitive Therapie im engeren Sinne.
In der Kognitiven Therapie i.e.S. soll der Kranke unsinnige oder für ihn schädliche Überzeugungen erkennen und aufgeben. Als Mittel dazu dient z. B. ablaufen lassen einer Handlung im Zeitlupentempo. Anschließend wird nach dem "Automatischen Gedanken" gesucht, die dabei durch den Kopf gegangen sind.
Das Vorgehen besteht im wesentlichen in drei Schritten:
1. Logische Analyse (Gibt es logische Fehler im Gefühlsdenken?)
2. Empirische Analyse (Gibt es Übereinstimmungen mit wirklichen Gedanken?)
3. Pragmatische Analyse (Daraus aus 1. und 2. entstehende Folgerung). KunsttherapieDie Kunsttherapie ist eine nonverbale Therapieform, d.h. hier wird mittels künstlerischen Gestaltens vor allem zur Förderung des Selbstwertgefühls von Menschen beigetragen. Unter Verwendung verschiedener Materialien und Techniken nutzt die Kunsttherapie die heilende Kraft des schöpferischen Prozesses, denn im kreativen Gestalten wird der Ausdruck von "inneren Bildern", Gefühlen, Bedürfnissen, Vorstellungen und Erfahrungen ermöglicht. Die gestalteten Kunstwerke spiegeln zumeist bewusste und unbewusste seelische Prozesse und Zustände wider. So können erkannte verdrängte Seiten der Persönlichkeit im Schonraum der Therapie wieder wahrgenommen, bearbeitet und in die Persönlichkeit erneut integriert werden.
Da alle kreativen Produktionen einen Ausdrucks- und einen Eindruckscharakter besitzen, bedeutet dies, dass ein Kunstwerk (Bild/Objekt) einen seelischen Zustand ausdrückt und zugleich auf den Schöpfer des Kunstwerkes zurückwirkt. So kann der kreativ Schaffende durch seine Werk mit sich selbst, dem Therapeuten oder anderen Gruppenmitgliedern in einen Dialog treten. (Quelle: Garcia Petershof 1999) KurztherapieDie Kurztherapie ist eine ausgearbeitete Form einer konflikt- und widerstandsorientierten Psychotherapie. Sie enthält Elemente der Psychoanalyse, vor allem der Ich-Psychologie sowie der Objekt-Beziehungstheorie und der Kognitiven Psychotherapie. In der Kurztherapie wird mit Videoaufnahmen zur Erkennung subtilerer Widerstandsmechanismen gearbeitet. Konflikte und Beziehungsstörungen werden im sogenannten Beziehungsdreieck und Konfliktdreieck aufgedeckt. Die Therapie ist in 8 Schritte gegliedert und endet nach wenigen Sitzungen. MusiktherapieIn der Musiktherapie werden krankhafte psychische Zustände mit Hilfe von Musik behandelt. Es gibt zwei Formen der Musiktherapie: zum einen die passive Musiktherapie und zum anderen die aktive Musiktherapie. Während in der passiven Musiktherapie den Patienten Musik vorgespielt wird, musizieren in der aktiven Musiktherapie die Patienten selbst in Chören oder in Instrumentalgruppen. Vor allem soll durch das gemeinsame Musizieren das soziale Zusammenwirken gefördert werden. Durch die Musiktherapie soll außerdem das Interesse an der Umgebung wieder erweckt sowie Aktivitäten in angenehmer Form angeregt werden. Dies soll dazu führen, dass das Selbstwertgefühl steigt. PsychoanalyseDie Psychoanalyse ist eine von Freud begründete medizinisch-psychologische Disziplin. Unter anderem ist Psychoanalyse eine Behandlungsmethode neurotischer Störungen. Ins Unbewusste verdrängte Erlebnisse und Konflikte werden (wieder) ins Bewusstsein gehoben und dadurch einer adäquaten seelischen Verarbeitung zugänglich gemacht. Als Hilfsmittel dienen hierbei insbesondere die Interpretation von unbewussten Wünschen, von Widerstand und Übertragung. Psychoanalyse in diesem Sinne gehört zu den psychotherapeutischen Verfahren, ist jedoch nicht identisch mit Psychotherapie. PsychodramaMit Hilfe des von Jacob L. Moreno (Arzt, Psychiater, Philosoph, Begründer des Psychodramas und der Gruppenpsychotherapie) entwickelten Psychodramas und seinem handlungsorientierten Vorgehen werden Gefühle, Ängste, Konflikte, Träume, Fantasien, Ideen, Visionen, innere Bilder durch szenische Arbeit und mit Symbol- und Skulpturbildern nach Außen geholt und erkundet. Über Probleme wird somit nicht nur geredet, sie werden verbildlicht, sie bekommen konkrete Gestalt. Dabei können komplexe Systeme, biographische und gegenwärtige Sinn- und Bedeutungszusammenhänge, Ursachen von Konflikten oder Erkrankungen neu begriffen und verändert werden. Lösungsorientiert können kreative Potenziale und neue Handlungsstrategien entdeckt, eingeübt und im Alltag mehr gelebt werden. Psychodrama gehört zu den Verfahren der Humanistischen Psychotherapie.
(Text von Corinna Beller-Meier; Tanz- und BewegungstherapieDie Tanztherapie ist als eine körperorientierte Methode der Psychotherapie in den vierziger Jahren entwickelt worden. Sie kann sowohl einzeln auch als in Gruppen durchgeführt werden. Grundlage der Tanztherapie ist die Möglichkeit der Selbstdarstellung und Kommunikation durch Tanz. Hier wird durch die Bewegung die psychisch-physische Einheit des Individuums und damit Integrations- und Heilungsprozesse gefördert.
Zur Arbeit in der Tanz- und Bewegungstherapie gehören neben der Arbeit am Bewegungsrepertoire und am Ausdruck, die Bewegungsdiagnostik, Körper- und Energiearbeit, sowie die Erweiterung der Wahrnehmungsfähigkeit. Tiefenpsychologisch orientierte PsychotherapieWie die Psychoanalyse baut auch die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie im wesentlichen auf der von Freud entwickelten psychoanalytischen Theorie auf. Unterschiede bestehen in der Form, dem Ziel und der Dauer der Behandlung. Während die Psychoanalyse zumeist im Liegen auf der sprichwörtlichen Couch stattfindet und eine Behandlung der gesamten Persönlichkeit angestrebt wird, sitzt der Patient bei der tiefenpsychologischen Behandlung, deren Anliegen die Bearbeitung bestehender Konflikte ist. Es wird davon ausgegangen, dass die inneren Konflikte den Hintergrund für die aktuellen Probleme bilden. Im Gegensatz zur Psychoanalyse, die sich über mehrere Jahre erstrecken kann, ist die tiefenpsychologische Therapie auf ½ bis 2 Jahre begrenzt. VerhaltenstherapieDie Entstehung der Verhaltenstherapie ist eng mit der Kritik an den traditionellen Formen der Psychotherapie, insbesondere der Psychoanalyse verbunden. Die Verhaltenstherapie wurde ab 1950 auf den Grundlagen der Lerntheorie entwickelt. In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass bestimmte Situationen zusammen vorkommen. Verhalten wird somit als eine (auch erlernbare) Funktion in einer vorkommenden Situation verstanden.
Im Gegensatz zur traditionellen Psychotherapie beachtet die Verhaltenstherapie nicht die Motivationskonflikte, Gedanken und Gefühle, die ein bestimmtes Verhalten bedingen und erklären. In der Verhaltenstherapie werden nur die vom Patienten offen beobachtbaren gestörten Verhaltensweisen direkt behandelt. Sie ist daher streng problemorientiert und behandelt bei komplexen Zuständen eine Störung nach der anderen. Hierzu wurden verschiedene Techniken entwickelt: Aktive Desensibilisierung, Aversionstherapie, Token-Verstärkungssystem, Selbstsicherheitstraining, Reizüberflutung, Gedankenstop.
Quelle (wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt): Peters, Uwe-Henrik: Wörterbuch der Psychiatrie, Psychotherapie und Medizinischen Psychologie. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage; München, Wien; Urban und Schwarzenberg, 1999
Erstellt von Juliane Busse und Diana Schaller, 02/2003
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